ARCHIVE – „Come on get high, switch off get high, so we can fall in love again“

Veröffentlicht: 31. März 2010 von A (di bosco) in Bands
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Heute möchte ich Euch hier eine Band vorstellen, die ich selbst auch erst vor kurzem entdeckt habe. Und zwar die Band ARCHIVE.

Die Gruppe besteht in wechselnder Besetzung und Unterbrechung seit 1994 und kommt aus London. Selbst bezeichnen sie sich aktuell auf ihrer Homepage als Kollektiv, bestehend aus elf Mitgliedern.
Der harte Kern, der sich nun über die Jahre herausgebildet hat, besteht aus vornehmlich drei Personen:

  • Darius Keeler, Keyboards, programming, songwriting – Mitbegründer.
  • Danny Griffiths, Soundeffects, programming, songwriting – Mitbegründer.
  • Pollard Berrier, Vocals, guitar, songwriting – seit „You All Look The Same To Me“ mit dabei.

Der Weg in die Musik von Archive

Leicht machen Archive Interessenten den Zugang zu ihrer Musik nicht unbedingt.  Wer als Erstlings-Hörer das „falsche“-Lied erwischt kann schon erstmal von minutenlangen Intros abgeschreckt werden. Daher hier meine Anspieltipps (Diese Lieder kann man sich übrigens auch auf der Homepage *hier* von Archive anhören – rechts oben auf play klicken. Sie werden schon wissen, warum sie gerade diese Stücke zum Anhören ausgewählt haben…)

  • Bullets (vom Album „Controlling Crowds“)
  • Noise (vom Album „Noise“)  hier zu hören: *klickklick*
  • Goodbye (Vom Album „You All Look The Same To Me“)
  • Sane (Vom Album “Lights”)

Wer gleich auch mit optischen Reizen beglückt werden will, sollte sich unbedingt das Musikvideo zu “Bullets” anschauen. Ich würde allerdings ihre Musik ersteinmal in ihrer Reinform wirken lassen. Die Bilder kommen von allein. Da es sehr kunstvoll ist, hier aber dennoch das Video von der YouTube-Seite der Band:

Als nächsten Schritt zum Archive-Hörer sollte man sich dann „Controlling Crowds“ am Stück anhören. Und bitte gleich bei den ersten beiden Stücken auf volle Lautstärke drehen. Die haben es in sich. ;)
Als zweiten Kandidaten empfehle ich Noise. Der Rest sollte dann ganz nach Geschmack konsumiert werden. „You All Look The Same To Me“ für Abende, an denen man sich entspannen will und was in die Richtung „Massive Attack hören möchte.  „Lights“ für ein paar zuckende Rhythmen, eingehende Melodiebruchstücke und eine Erinnerung an „Rock and Roll Queen“ von den Subways findet sich auch (das kann man allerdings auch eher negativ sehen, Rock and Roll Queen gewinnt meiner Ansicht in dem Fall).

I’d rather be in this noise

Wer gerne schöne Rezensionen liest, dem empfehle ich die Visions-Rezi von Patrick Großmann zu dem Album Noise (das Album wurde zu einer Schönheit der Visions Nr. 134 ernannt.). Hier zu lesen: Visions Artikel
Großmann schreibt:„Das treibende „Get Out“ und die „Dark Side Of The Moon“-Verneigung „Conscience“ sind von geradezu schmerzhafter, cineastischer Tragik, bevor „Pulse“ dann wieder losballert, dass es einem schier die Bauchdecke wegfetzt. Dazu sollte man Sex haben. Ein einziger emotionaler Orgasmus! Wäre die Welt gerecht – Roger Waters müsste in Tränen der Rührung ausbrechen.“

Schöner kann man es eigentlich nicht sagen. Ob man dazu allerdings wirklich Sex haben will, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Eigentlich verdient es die Musik, dass man sich ihr ganz und gar widmet. Die Pink Floydschen – ich nenne es Hommagen –  sind nicht zu leugnen, und lassen so manches Herz höher schlagen.

Noch ein paar Worte zu Controlling Crowds

Im letzten Jahr hat die Gruppe gleich zwei Alben veröffentlicht, die aber, wie ihre Titel schon verraten, zusammen gehören:
Controlling Crowds und Controlling Crowds IV.

Wie bereits geschrieben sollte man sich das Album gleich mal sehr laut anhören. Es dauert ziemlich genau drei Minuten bis schließlich der Gesang aus den Lautsprüchern erklingt, umso eindringlicher wirken die Worte und der drei Minuten lang vorher schon aufgebaute Rhythmus hat sich bereits tief ins Hirn eingegraben. Wenn das Arrangement schließlich passend zu den Lyrics „Fly with me…“ leiser wird, beim Übergang von „Hold me… in your arms, cause I’m scared oft he controlling crowds“ fast nur noch die Stimme im Raum schweben lässt um dann bei „Here they come“ wieder geisterhaft anzuschwellen und sich in klagenden Tönen zu verlieren, so ist man schon gefangen in der düsteren Welt des Albums. Einer Welt, die man selbst nicht begreift. Das Album kitzelt etwas in einem hervor. Und spätestens bei den immer wieder wiederholten Phrasen „Killing my heart, I can’t face, I can’t face no more“, verliert man sich mit der Musik in seiner eigenen Tiefe um kurz darauf befreit mit ihr wieder aufzusteigen.

Die visuelle Kunst von ARCHIVE

Nicht nur für Ohrenschmaus sorgt das Kollektiv,  auch das aktuelle Art-Design, das zum 2009er-Album, „Controlling Crows“, entworfen wurde, ist sehr ansprechend. Zitternde Buchstaben, blaugrau und  schmutziges rot. Alles wirkt in sich stimmig und verstärkt die musikalisch-künstlerische Ebene. Das Konzept des letzten Album-Covers ist konsequent auf die Homepage angewandt worden und auch in den Musikvideos zu „Bullets“ und „Empty Bottle“ findet sich dieselbe Stimmung wieder. Düster, ein bisschen beunruhigend, auf jeden Fall berührend.

Zum Schluss nun noch eine Übersicht der Studioalben von Archive:

  • Londinium (1996)
  • Take My Head (1999)
  • You All Look the Same to Me (2002)
  • Michel Vaillant (2003)
  • Noise (2004)
  • Lights (2006)
  • Controlling Crowds [Part I-III] (2009)

Konzerte in Deutschland

18./19.06.2010  Southside/ Hurricane Festival
16.07.2010          Burg Herzberg Festival

Mehr zu ARCHIVE:

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