Ohrwurm des Tages: Deadlock – Seal Slayer

Veröffentlicht: 23. April 2010 von Lakritzschnecke in Ohrwurm des Tages
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Liebe Leser,

heute möchte ich euch einen neuen Ohrwurm vorstellen, der in diesem Fall nicht unbedingt mein Ohrwurm des heutigen Tages, aber in jedem Fall mein Ohrwurm der letzten Woche ist. Der Einfachheit halber bezeichne ich das Phänomen trotzdem als „Ohrwurm des Tages“. Doch zur Sache:

Konkret geht es diesmal um eine deutsche Band namens Deadlock und ihren Song „Seal Slayer“, der sich auf dem vierten und aktuellsten Album MANIFESTO (2008) befindet. Auf die Gruppe bin ich eher zufällig gestoßen, doch es hat sofort gefunkt. Interessant ist vor allem die Ethik der Band und ihre Intention, Musik zu machen: Alle Mitglieder leben streng vegan und schreiben ihre Lieder über das Abschlachten von Tieren, sinnlose Jagden, Wilderei und ähnliche grausame, tierverachtende Szenarien. Dass es da musikalisch auch mal etwas aggressiver und härter zugeht, ist in diesem Fall wohl nachzuvollziehen – auf die Spitze getrieben werden die eindrucksvollen wie bedrückenden Texte durch den brutalen männlichen Gesang (sog. „Growls“) von Johannes Prem und die im totalen Kontrast dazu stehende glockenhelle Stimme von Sängerin Sabine Weniger. Mein Ohrwurm, „Seal Slayer“, ist der siebte Song und gleichzeitig die Granate des Albums. Einerseits wird instrumental so richtig draufgehauen (Schnelligkeit!), andererseits ist der von der Lady gesungene Refrain unglaublich packend und man kann sich das Szenario so richtig vorstellen: Unzählige Fischerboote auf dem offenen Meer, das sich langsam blutrot färbt von den vielen abgeschlachteten Fischen. Der erhobene Zeigefinger ist dabei stets präsent, aber musikalisch so genial verpackt, dass sich Ottonormalfleischesser nicht unbedingt angegriffen fühlen muss. Angeprangert werden nämlich vor allem die wirklich sinnlosen Abschlachtereien wie eben die Jagd zum reinen Vergnügen oder der Massenfischfang. Schön, dass es noch Bands gibt, die sich nicht nur triefenden Liebesliedern, „I want you, babe“-Songs und Texten über den ach so blauen Himmel widmen, sondern wirkliche Themen auf ihrer Agenda haben.

Anmerkung: Da ich hier wahrscheinlich fast ausschließlich Metal-Songs oder zumindest metallisch angehauchte Ohrwürmer zum Besten geben werde, gibt es in Zukunft dazu immer eine „Hörbarkeits-Bewertung für Nichtmetaller“, und zwar sollen null Punkte für absolut unhörbar (für alle, die sowas nicht gewohnt sind) stehen, fünf Punkte für fast schon chartsgeeignet. Ich würde in diesem Fall mal drei von fünf Punkten geben – im Vergleich dazu bekommt der letzte Ohrwurm des Tages (Avantasia) fünf Punkte. Soviel zu Ohrwürmern und sonstigem Getier für heute ;-)

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