Ohrwurm des Tages: Equilibrium – Dämmerung

Veröffentlicht: 18. Mai 2010 von Lakritzschnecke in Ohrwurm des Tages
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Passend zur heutigen düsteren Grundstimmung – siehe Artikel zum Tod von Ronnie James Dio – gibts gleich in der Kategorie Ohrwurm des Tages noch einen schwarzen Song zu hören und entdecken. Das gute Stück geistert mir seit meiner gestrigen Zufahrt nach Stuttgart (mal wieder) im Kopf herum und stammt von einer hervorragenden, sehr verehrten bayrischen Band. Diese nennt sich Equilibrium und ist eine relativ junge, auf dem Boden gebliebene und nette Truppe, die ich glücklicherweise auch schon persönlich kennenlernen durfte. Entdeckt habe ich sie im Frühling/ Sommer 2009 durch den T-Shirt-Aufdruck einer Mitstudentin, der mir sofort ins Auge fiel. Metal, mitten in Passau? Nix wie hin! Schon der erste Höreindruck – ich wusste nur anhand der Schrift natürlich gar nicht, was mich erwarten würde – überzeugte mich vollkommen. Equilibrium stehen für eine Sorte Musik, die in Perfektion bewegende Stimmungen (instrumental) und abgründige Themen (Texte und gutturaler Gesang) vereint und dabei teils wohlige, teils gruselige, gespannte Atmosphäre schafft.

Hier der Text zum Ohrwurm-Lied „Dämmerung“ vom zweiten Album SAGAS:

Sieh! Es wird schon Nacht!
Der Abend naht der Wacht.
Lass los, es ist schon gut,
Ich bleib noch hier, wenn du mich suchst.
Still ist’s hier, ich wart mit dir
Auf deine letzte Fahrt.
Dichter Schleier, schwarzer Weiher,
Nebel hüllt dein Pfad.Nicht ein Wort an diesem Ort,
Ist wert des Hörens nun.
Kein Rauschen hier zu lauschen,
Mir ist’s wie Totenruh.

Deine Totenruh…

Kalt die Hand, die mich einst fand,
So kraftlos liegt sie da.
Der Blick so leer, die Lider schwer,
So nah bist du, so nah.

Sieh nur, sieh, in Lichtes Zwie
Was kommt da auf uns zu?
Bald wirst du fahrn, in jenem Kahn,
Und ich, ich geh zur Ruh.

Auch ich geh dann zur Ruh…

Sieh, es ist gleich Nacht,
Der Abend naht der Wacht.
Lass los, es ist schon gut,
Ich bleib noch hier, wenn du mich suchst.

Sieh, es ist Nacht.
Der Winter ist erwacht.
Lass los, es ist schon gut,
Ich bleib noch hier, wenn du mich suchst.

Mir geht vor allem die Zeile „Ich bleib noch hier, wenn du mich suchst“ nicht mehr aus dem Kopf.  Ein wundervoller Abschied, eine unendlich schöne Versicherung, ein tragisches Ende. An schlechten Tagen können einem da wirklich schon mal die Tränen kommen, oder? Aber als wäre der Text nicht zerreißend genug, setzt die Musik dem sogar noch eins drauf. Ein offizielles Video gibt es nach meinen Informationen nicht, daher hier nur das Lied mit Hintergrund zum Anhören für Interessierte. Auf der Hörbarkeitsskala würde ich den Song bei zwei von fünf Punkten einstufen, denn Gutturalgesang ist bestimmt nicht jedermanns Sache. Dafür fasziniert die rein instrumentale Musik (übrigens Werk des Equi-Chefs und -Gitarristen René Berthiaume) vielleicht auch den ein oder anderen Nicht-Metaller – so anders als manch klassisch angehauchte Komposition ist diese höchst melodische Form von Metal schließlich auch nicht. Viel Spaß beim Anhören, Bewegtwerden und Mitträumen!
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