„Life in a Day“ versus „One Day on Earth“

Veröffentlicht: 13. Juli 2010 von A (di bosco) in Film
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Alles nur geklaut?

Hobbyfilmer freuten sich anfang des Monats über das neue YouTube/Google-Projekt: am 24. Juli soll jeder der Lust hat seinen Tag mit einer Kamera dokumentieren und einreichen. Das Ganze wird geschnitten und zu einem Film gemacht, der beim Sundance Festival 2011 aufgeführt werden soll. Noch dazu sind einige Hollywood-Bekannheiten bei der Produktion mit von Partie, wie zum Beispiel Ridley Scott. WOW. Das Ganze nennt sich „Life In A Day„.

Doch was nach einer originellen, wenn auch überfälligen Idee aussieht, entpuppt sich offenbar als ein Rip-Off. Und zwar von dem Projekt „One Day On Earth„. One Day on Earth ruft dazu auf am 10/10/10 die Kamera zu packen und sein Leben zu filmen. Klingt ähnlich? Ist ähnlich! Die Blogwelt ist empört und wittert den großen Hollywood-Kommerzklau.

Gehen wir ins Detail, soweit möglich. Denn leider konnte ich im Netz kein öffentliches Statement von einer der beiden Seiten dazu finden.
Eins vorneweg: ich liebe viele Hollywood-Filme. Ich find das Sundance Festival sehr toll und halte es für eines der besten. Und Ridley Scott… ja bewundernswert was der Mann alles gemacht hat und was er für Erfolge hat. Und gerade deswegen find ich diese Entdeckung enttäuschend. Zuerst fand ich das „LIAD“ – Projekt wirklich toll und interessant. Nette Idee dachte ich. Die Zeit ist wahrlich reif für einen Film dieser Art. Einen Film der das Leben vieler an einem Tag zeigt, ein Film mit sogenanntem „user generated content“. Aber die Sache mit One Day on Earth stößt nun einfach bitter auf. ODOE ist das Projekt, das es schon viel länger gibt. Ein Projekt, dass nicht von einem großen Namen wie Ridley Scott publik gemacht wurde, sondern von mehreren, unabhängigen kleineren Filmern getragen wird. Ein Projekt, dass sogar die United Nations schon bemerkt hatten. Ein Projekt, dass schon lange geplant wurde… und nun wird das scheinbar einfach so von Kommerzriesen vereinnahmt? Selbst Schuld, könnte man sagen, wenn sie das so offen gestaltet haben, die von ODOE… ich sage, jetzt sind wir selbst dran und haben die Wahl.

Was nun tun als Hobbyfilmer?

Natürlich ist Platz für zwei Filme dieser Art. Allerdings finde ich die Sorge berechtigt, dass Ridley Scotts, Sundance und Google mit ihrer Publicity den anderen Film in ihren Schatten stellen könnten. Und das fände ich schade. ODOE erscheint mir selbst sympathischer, vermittelt mehr den Eindruck einer wahren Botschaft und Idee. Erscheint besser organisiert, umfassender, künstlerisch ansprechender.

Von daher, schön dass es das Internet gibt und ich hoffe dass viele Menschen von beiden Projekten erfahren und sich mit beiden auseinandersetzen. Sei es dass man sich dazu entscheidet LIAD zu boykottieren oder das man sich entschließt bei beiden Projekten mitzuwirken… Auf jeden Fall solle man auf  ODOE aufmerksam machen – was ich hiermit getan habe. Damit man eine wahre Entscheidungsmöglichkeit hat.

Hier zur weiteren Information:

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