Ablauf einer gelungenen Party

Veröffentlicht: 25. September 2010 von A (di bosco) in Das Leben
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Bruchstücke einer Party

1. Die Anreise

Bevorzugtes Transportmittel: die öffentlichen Verkehrsmittel.
MERKE: Eine angebrochene Weinflasche in Zug und U-Bahn zu einer Party zu transportieren, kann böse enden. Zum Beispiel kann der Korken der Weinflasche im Zug irgendwie verloren gehen. Wenn dann aufgrund eines GDL-Streiks und eines gleichzeitig stattfindendem Groß-Events, wie zum Beispiel in München der Wiesn, die U-Bahn hoffnungslos überfüllt ist, so kann es leicht vorkommen, dass im Gedränge und Kampf um einen Stehplatz, die Offenheit der Flasche in Vergessenheit gerät und man beim zu schnellen und schwungvollen Aussteigen aus der Bahn den Inhalt der Flasche sowohl über die beige Stoffjacke als auch die gesamte Hose befördert.  Hat es während der U-Bahnfahrt noch dazu draußen an der Oberfläche zu regnen begonnen, sollte man seinen Schirm aufspannen. Hat man keinen so kann man bei Ankunft, durchnässt von Regen und Rotwein, durchaus von einer erfolgreichen Anreise reden.

2. Mitbringsel

Immer gern gesehen: Bier. Bei Geburtstagspartys könnte ein Geburtstagspräsent nett sein.  Hier immer wieder eine gute Idee: der Geburtstagskuchen. Zusätzliche, nicht eingeladene Gäste am Besten kurz vor Ankunft per SMS ankündigen.
MERKE 1: Wenn der Schließfachschlüssel der Schließfächer umgedreht ist, ist das Geld weg. Wenn man das Geburtstagsgeschenk im Koffer vergessen hat und das Fach noch einmal öffnen muss, so bezahlt man doppelt. In München kosten die kleinen Schließfächer drei Euro.
MERKE2: Möchte man mehrere Flaschen Bier einkaufen, so ist es sinnvoll sich einen Einkaufskorb zu nehmen. Andere Gäste an der Kasse reagieren nicht immer verständnisvoll, wenn man zwischen Ablage und Kühlfach mehrfach hin und her pilgert.

3. Sonstige Utensilien

ein Notizbuch, die Entschlüsselung von Partynotizen bereitet auch am nächsten Tag noch Freude

Schlafzeug, inklusive Zahnbürste. Sich am Morgen nach einer Party NICHT die Zähne putzen zu können kann sehr unangenehm sein.

Fotoapparat. Manche Partybilder sind unvergesslich und verfolgen einen ein Leben lang. Am besten die Kamera auch mal jemandem anders anvertrauen, so finden sich später noch andere Blickwinkel in den Bildern.
Spaghetti und Tomatensoße. Es werden dir einige Menschen danken. Und wenn du abspülst und nicht allzu desaströs kochst, sollte der Gastgeber auch nicht allzu viele Einwände dagegen haben.

MERKE: Wer sich auf den gängigen Einladungsspruch „Mitbringen brauchst du nur gute Laune“ verlässt, kann auch hereinfallen. Wenn z.B. aufgrund eines Rotwein-Unfalls  (s. „Die Anreise“) die Hose total durchnässt ist und mit Salz behandelt werden muss  – wie auch die Jacke – so ist es von Vorteil wenn man eine Ersatzhose dabei hat. Tipp: hat man als Schlafhose eine multifunktionale Stoffhose dabei, so schleppt man nicht unnötig tausend Sachen und kann diese im Falle eines Rotwein-Unfalls zur Partyhose umfunktionieren.

4. Die Party

Die wichtigste Komponente: die Leute. Ist diese Komponente nichts, so kann sich der Gast noch so sehr anstrengen wie er will, ein Erfolg wird die Party für ihn dann wohl kaum werden. Man sollte stets auch selbst daran denken, dass man selbst auch zu „den Leuten“ gehört. Sind die Leute doof, könnte das an einem selbst liegen. Für Getränke ist teilweise mit Punkt 2 gesorgt, für Essen unter Punkt 3.  Jetzt fehlt nur noch gute Musik und dem Spaß steht nichts mehr im Weg. Im Idealfall wird die Party zum Selbstläufer. Nachbarn könnten hinderlich sein, manchmal hilft es sie vorzuwarnen oder im Extremfall sie mit Schokolade oder Sonstigem zu bestechen.

Die gelungene Party läuft in verschiedenen Phasen ab.

Die Anfangsphase (19 Uhr- 22 Uhr)

Die Gäste trudeln ein, öffnen ihr erstes Bier. Man kommt an, quatscht, orientiert sich.

Die Hochphase (22 Uhr – 02 Uhr)


Partynotizen, die zweite: In der Hochphase bereitet sogar ein BRAVO-Sido-Autogramm Freuden

Die Gäste haben zusammengefunden und Grüppchen gebildet, die allerdings nicht starr in sich geschlossen bleiben sondern durchaus untereinander interagieren.
Gegen Ende dieser Phase kann es sein, das Leute anfangen auf einmal Dinge zu tun, die sie sonst nicht tun (Nichtraucher rauchen). Oder sie tun Dinge, die sie sonst auch tun, noch exzessiver (Raucher rauchen noch mehr).
Ein Großteil der Gäste verlässt die Party gegen Ende dieser Phase. Meist mit der Begründung, die letzte U-Bahn/ S-Bahn nehmen zu wollen.

Die Schlussphase (02 Uhr – 04 Uhr – 07 Uhr)

Hier geht es einigen nicht unbedingt mehr so gut. Das gute Bier ist schon länger alle und man muss auf Oetinger zurück greifen oder ganz verzichten. Manche finden den richtigen Absprung und legen sich noch ein paar Stunden hin. Andere sausen vollends in ihr Unheil und stellen unter Umständen noch etwas Dummes an, wieder andere erwachen am nächsten Morgen einfach nur an einem ihnen unbekannten Ort. Könner kosten jede Stunden bis zum Sonnenaufgang voll aus und manche bekommen es sogar hin ohne Größere Schmerzen des Mittags wieder zu erwachen.
In dieser Phase ist nicht unbedingt jeder Gast mehr Herr all seiner Sinne. So kann es durchaus vorkommen, dass man einem, an den Folgen von zu hohem Alkoholkonsum leidenden Freund, Aspirin, Bronchicum und IslaMoos andreht.
Dennoch heißt es, dass diese Phase diejenige ist, in der entschieden wird, ob eine Party unter  „legendary“ oder „ok“ abgebucht wird.

MERKE: Eine gerissene Hose kann ein günstiger Vorwand sein sich schlafen zu legen. Vor allem wenn aufgrund eines Rotwein-Unfalls die andere Hose mit Salz bestreut im Badezimmer liegt. Es ist nicht unbedingt immer schlecht ein bisschen früher als gewollt ins Bett zu gehen.

5. Der Schlaf

Im Idealfall tief und traumlos und nicht allein.
Im schlechtesten Fall unruhig, Karussell fahrend und unterbrochen von Freunden, die a) schnarchen, b) einen zum Aufstehen bewegen wollen, c) sonstwie stören.

6. Der Tag danach

Der Tag danach gehört immer dazu. Ist nicht wegzudenken. Am besten ein gescheites spätes Frühstück einplanen. Von Vorteil ist hier natürlich wenn es nette Menschen gibt, die früher aufgestanden sind und Weißwürste und Brezen kaufen und alles fertig herrichten.

MERKE: Kommunikation im Halbschlaf funktioniert unter Umständen nicht richtig. Das kann tragische Folgen haben. Beispiel:  Die Antwort auf die Frage „Willst du auch a Weißwurst?“ – „Ja und eine Breze!“ wird als „Nein, nur eine Breze!“ verstanden. Hier bleibt dem Missverstandenen nur zu hoffen, dass ein anderer Gast beschließt auf seine Weißwurst wegen akuter Müdigkeit oder plötzlich Auftretendem Nicht-Hunger zu verzichten.

Außerdem gehört zum Tag danach auch das Betrachten der Bilder auf der Digi-Cam. Stellen sich dabei im Wechsel Gefühle von (Fremd)Scham, Lachanfälle, Ungläubigkeit gepaart mit dem Gedanken „Daran kann ich mich ja gar nicht mehr erinnern“ sowie der Wunsch nach einer baldigen neuen Party ein, so kann man davon ausgehen, dass die Party ein Erfolg war.

MERKE: Die äußeren Umstände können noch so beschissen sein, passt die Stimmung vor Ort, ist das alles vergessen und egal bis nach Sonnenaufgang. Und das allerwichtigste: liebe Leute. :)

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Kommentare
  1. eva sagt:

    So geht das wohl!!!!!!!

  2. Anonymous sagt:

    Grad nocheinmal Revue passieren lassen – mei hab ich gelacht!!! :D

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