Ohrwurm des Tages: Heaven Shall Burn – Endzeit

Veröffentlicht: 17. November 2010 von Lakritzschnecke in Ohrwurm des Tages
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Oder: Katharsis durch Musik

Kennt ihr diese Tage, an dem nichts so laufen will, wie es sollte: Der Inhalt des für die Uni gelesenen Skripts ist zum Sitzungstermin wie aus dem Kopf gepustet, der Füller läuft aus und färbt die Haut in einem seifenresistenten Schwarzblau, die Kaffeeverkäuferin verweigert die normalerweise zum Kaffee gehörende Kaffeebohne, im Yoga sind alle schlanker, schöner und biegsamer als man selbst (und scheinen die wichtigste Übung, den „nach unten gerichteten Hund“, viel besser hinzukriegen und überhaupt, eigentlich hat man mit Yoga gar nichts am Hut), im Seminar möchte man dem Professor, der einen schlecht benotet hat, am liebsten permanent an die Gurgel springen, weil man sich nicht eingestehen kann, dass der Fehler, der den Sinn des gesamten Studiums in Frage stellt, bei einem selbst liegt, auf dem Nachhauseweg ist es nach einem langen Tag schon wieder dunkel und eiskalt, der für den Abend verabredete Termin mit einer Art Geschäftspartner platzt aus bisher unbekannten Gründen, keiner mag einen, niemand versteht einen und wenn man an den nächsten Tag denkt, möchte man in Tränen ausbrechen. Das, liebe Musikbegeisterte, ist der Moment, wo man abschalten muss. Wo man sich Musik zuwendet, die einen versteht, die einen unterstützt, die weiß, was man fühlt, nämlich zunächst einfach nur so (nach 1:30 kommt nix mehr):

Sehr zu empfehlen in der aktuellen Stimmung: Die deutsche Metalcore-Band Heaven Shall Burn mit dem genialen Song-Duo aus dem eben gehörten „Awoken“ und dem Kracher „Endzeit“ (1. und 2. Song des 2008 erschienenen Albums ICONOCLAST). Und das klingt dann – bitte als Fortsetzung des oberen ersten Teils denken – genau so:

Welch hinreißende Kombination aus dem wunderbar ruhigen, bedrohlichen Klavier-Intro und dem wütenden Sturm, der danach losbricht, als würde es kein morgen geben – und tatsächlich: „Endzeit“ ist angesagt! Unbeschreiblich, in aggressiven Phasen unendlich wirkungsvoll und heilsam, man möchte geradezu mitschreien und alles, was so schief gegangen ist in der letzten Zeit, aus sich heraus befördern. Wenn man sich durch „Endzeit“ geschrien und gekämpft hat, folgt auf dem Album noch eine Latte weiterer unglaublich wütender Lieder, die einen in ihren Bann nehmen, gefangen nehmen, fesseln – und schließlich all die angestauten Gefühle übertönen. Katharsis, nicht ganz im Sinne des Erfinders, aber unendlich wirkungsvoll. Und wem das alles noch nicht genug ist, der sollte Heaven Shall Burn live erleben und versuchen, drei Minuten lang knapp vor der Bühne seinen Stehplatz zu verteidigen… Das sieht dann nämlich meist, und das ist nur ein kurzer Ausschnitt des Wahnsinns, so aus:

Auf die (berechtigte) Frage, ob das eigentlich noch Musik ist, möchte ich evtl. eines Tages in unserer neuen Rubrik „Von A-Z durch die Welt der Musik“ eingehen, vielleicht bei „S wie Schreihals“ oder so ähnlich. Meinungen zu diesem Thema, in welche Richtung sie auch gehen, nehme ich gerne per PN oder Kommentar entgegen. Die Hörbarkeit für Nicht-Metaller würde ich bei Heaven Shall Burn und bei Metalcore im Allgemeinen als nicht besonders hoch einstufen – also Vorsicht!

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Kommentare
  1. Metalcat sagt:

    ein toller artikel, schnecke! ;)
    jetz weiß ich wieder besser, wie du dich zZt – oder auch vll. nur heute!? – so fühlst :)
    es ist schön, dass du die musik hast, um dich auszudrücken!
    das ist mehr als wichtig und ich kenne das: es kann sehr heilsam sein…
    metal spricht auch MEINE seele an. diese kraft und power, ernsthaftigkeit und vor allem: gandenlose EHRLICHKEIT!!
    hartes heaven shall burn-teil…!! GEIL! ^^
    scheint dich alles echt mitzunehmen… :-< drücke dich mal ganz fest!

    "you are beautiful!! no matter what they say…!!" ;)

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