D wie Dudelsack

Veröffentlicht: 22. Januar 2011 von A (di bosco) in Von A-Z durch die Welt der Musik
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Zuerst wollte ich einen Artikel zu „D wie Death“ schreiben, dachte mir dann aber doch: warum nicht mal was über ein Musikinstrument? Und warum nicht gleich den Dudelsack nehmen, schließlich habe ich ja einige Jahre Dudelsack gespielt, bin mit einem Dudelsack im Handgepäck geflogen und habe meinen Dudelsack sogar mit selbst angefertigt (so ein bisschen zumindest).  Jetzt aber der Reihe nach. (Dies wird kein Lexikon-Eintrag. Wer wissen will, was ein Bordun ist und seit wann es das Instrument wo und wie gibt, der möge sich anderweitig informieren.  Bei mir geht es nur um ein paar persönliche Erfahrungswerte, die ich nun weitergeben werde.)

1.       Wo baue ich mir einen Dudelsack?

Zum Beispiel bei Andreas Rogge im Baukurs auf der Burg Fürsteneck.  So ist auch mein französischer Dudelsack entstanden. Ein guter Freund hat ihn dort für mich im Kurs von Andreas Rogge gebaut. Ich war auch mit dabei und habe mit damals 13 oder 14 oder 12 Jahren (Alter ist relativ) immerhin geölt, geschliffen und die Verzierungen (nun kaum vorhanden) entworfen und verworfen.

2.       Wo kann ich mir Dudelsack anhören?

online hier: Cassard – Melancholie/Manigance

Ab und an wird der Dudelsack auch gerne in der Rockmusik verwendet. Meistens natürlich nicht sehr virtuos, aber nun gut, das ist Rockmusik.
Kleiner Seitenhieb meinerseits: Rock im Park 2010 – „In Extremo“ – na Jungs, da waren Dudelsack I und II nicht ganz einig im Tempo… schade, schade, schade… ich fühlte mich bestätigt und freute mich, ich gebe es zu. Ich mag „In Extremo“ und ihre Dudelsäcke nicht.
Das die Leute ausflippen, wenn Korn gefühlte 10 Sekunden lang fünf Töne auf einem Dudelsack spielen, war für mich auch noch nie nachvollziehbar. Das Lied, „Shoots & Ladders“ gefällt mir aber dennoch ganz gut, liegt aber nicht am Dudelsack. Manche Dinge sind einfach so wie sie sind.
Ich habe mir sagen lassen, dass dank des Titanics-Soundtracks Dudelsackmusik wieder populärer wurde. Wahrlich eine schauderhafte Nachricht, bitte tut euch das doch nicht an!

Vielleicht auch noch wichtig: es gibt viele verschiedene Dudelsäcke. Es ist nicht ratsam sich einen schottischen Highland-Dudelsack in einem geschlossenen Raum anzuhören. Dafür sind die nicht gebaut. Das Hümmelchen dagegen ist von der Lautstärke her humaner, kann mit seinem Gequake allerdings natürlich nicht an das heranreichen was Otto Normalverbraucher unter einem Dudelsack versteht und auch ganz schön nerven. Wie viele verschiedene Arten von Dudelsäcken es gibt kann der Interessent sich hier vor Augen führen:
Wikipedia – List of Bagpipes

Das hört sich jetzt alles ein bisschen negativ an. Nun, ich rate dazu Dudelsackmusik live und tanzend zu erleben. Oder eben oben unter dem Link. Schön, sehr schön!

3.       Kann ich meinen Dudelsack im Flugzeug als Handgepäck mitnehmen?

2002 war dies noch möglich. Man musste zwar unter Umständen am Scanner ein paar Fragen beantworten („Nein, ich fliege zwar nach Schottland, aber das ist ein französischer Dudelsack.“), aber ansonsten wurde man freundlich bedient und mit einem Lächeln durch die Kontrollen geleitet.

Ich fürchte heute sieht das anders aus. So ein Bordun eignet sich bestimmt gut als Schlaginstrument. Gefährlich. Ich würde mich aber über neuwertige Erfahrungsberichte freuen und nehme sie gerne in diesen Artikel auf.

4.       Mein Dudelsack-Klassiker:

„Adieu les filles“, traditionell von Christoph Löcherbach und André Schubert zum Abschied beim Musikantentreffen Markt Wald gespielt. Ein sehr schön-trauriges Lied.
Man ist eben doch seines eigenen Lebens Gehör, Erinnerung, Gedächtnis und Klang oder so ähnlich. Verdammt, jetzt werde ich sentimental. Ich sollte mal wieder spielen…

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Von A-Z durch die Welt der Musik, die Serie:

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