April, April – da hör ich, was ich will

Veröffentlicht: 21. April 2011 von A (di bosco) in Musik
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Tragischerweise bedarf es für diesen Artikel einer Vorbemerkung. Mit Bestürzung und Anteilnahme las ich heute die Nachricht vom Tod Gerard Smiths, dem Bassisten von TV on the Radio. Nun bekommt das Anhören ihres neuen Albums leider eine neue, traurige Dimension. RIP.

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TV on the Radio

TV on the Radio

Es ist April und endlich bin ich auch so richtig in mein musikalisches Neujahr 2011 gestartet.

Abgesehen von der neuen Trail of Dead-Platte schwelgte ich bisher in älterer Musik (Eloy und Interpol führen bisher meinen Playcount 2011 an!) und dank Radiowecker und langer Schreibsessions daheim bin ich in Sachen Radio-Musik dieses Jahr tatsächlich auf dem Laufenden. Ja, sowas soll vorkommen. Doch nach drei Wochen immer gleicher populärer Liederfolge, war es eindeutig Zeit den vielen trällernden Jungs, die scheinbar nie wirklich in den Stimmbruch gekommen sind, das Mikro abzunehmen und es weiterzureichen (Milow, Hurts und Empire oft he Sun – alles durchaus hörbar, doch in gewissen Maßen bitte!): Vorhang auf für White Lies, TV on the Radio und Explosions in the Sky. Außerdem sehnte ich mich endlich wieder nach mehr als einer halben Stunde Musik aus einem Guss. Radiomäßiges Shuffle-Hören ist hin und wieder interessant, inspirierend und auf Partys bestimmt angebracht: der wahre Musikgenuss kann sich aber in meinen Ohren erst auf Alben-Ebene einstellen.

Also auf ging‘s. Musik nach Eigen-Auswahl: Endlich hörte ich mir das neue White Lies-Album nach anfänglicher Skepsis komplett an. Und das dann auch gleich mehrmals. Und ich muss sagen. Ich mag sie halt. Da mögen andere noch so sehr motzen über Anleihen bei Depeche Mode, Joy Division, zuviel Bombast undsoweiter, mir gefällt’s trotzdem oder wohl gerade deswegen. Ritual lieferte mir den passenden atmosphärischen Sound-Hintergrund für ein paar verschriebene, sonnige Aprilnachmittage. Ja. So eine dunkel-softe Stimme ist eine gute Abwechslung zu den hohen Lagen eines Bruno Mars im Radio. Und „Girl, you are amazing“, diese Anmache wirkt in der Repetition irgendwann ziemlich abgelutscht, da suhle ich mich lieber in den dunklen Aspekten von (Nicht-)Liebe á la White Lies, wie zum Beispiel in „Bigger Than Us“. Natürlich ist das Musikvideo in Deutschland auf YouTube gesperrt, aber auf der Homepage der Band, läuft es im Hintergrund: http://whitelies.com/.  Ich sag nur: Die dunkle Metaphorik lässt grüßen. So was gefällt mir ja grundsätzlich.

Doch ich kann auch anders, man sollte es kaum glauben. Da schallt nicht nur sogenannte Depri-Mukke aus meinen Boxen. Nein, die neue TV on the Radio-Platte Nine Types of Light mag vieles sein, doch das ist sie in meinen Ohren nicht. Die Jungs bringen mich zum mitWippen. „Forgotten“ wird wohl ein Dauer-Ohrwurm werden, genauso „Will Do“ (wobei dieses Lied nun durch Gerards Tod mir sehr nahe geht).
Und Licht bringen sie mit ihrem Album auf jeden Fall in meine Bude. Das Album wird auf jeden Fall für sommerliche Zitronen-Bier-Abende aufgehoben! Ja, und sie haben tatsächlich verschiedene Stimmlagen drauf, rauf und runter. Wirklich zu schade, dass der dazugehörige Film in Deutschland gesperrt ist, zum Album hat die Gruppe nämlich zu jedem Track ein Video produziert und das ganze zu einem Collagen-Film zusammengefügt. So bleibt vorerst nur der Trailer: oder die Suche auf anderen Plattformen. Ich empfehle das Video zu „Will Do“!

Meine letzte Neuentdeckung diesen Monats, und wieder schlage ich eine andere Richtung ein, ist:  Explosions in the SkyTake Care, Take Care, Take Care. Das ist was für die süßlichen Abendstunden mit Blick auf den Sternenhimmel. Eigentlich sollte ich ja seit Russian Circles und deren Album Geneva wissen, dass ich ziemlich auf diese instrumentale Musik, genannt Post Rock, stehe. Doch irgendwie hab ich diese Erkenntnis leider verdrängt und so ist das neue Explosions in the Sky-Album tragischerweise erst meine zweite akustisch-aktive Auseinandersetzung mit, oder besser gesagt Selbstzersetzung in, Musik dieser Art. Und was soll ich sagen: Schön, schön! Zum Dahinschmelzen. Dazu schmeckt die Orange Intense Schokolade doppelt so gut. Sehr nett ist da, dass man das Album im Stream auf der Homepage der Band anhören kann: http://www.explosionsinthesky.com/. Zu Kaufen gibt es die Platte ab morgen!

Damit bin ich voererst am Ende meiner empfehlenswerten Neu-Musik angelangt und spätestens jetzt sollte der aufmerksame Leser gemerkt haben, meine Anmerkungen bezüglich des Radio Sing-Sangs könnten böse Geister auch auf meine vorgestellten Alben anwenden. White Lies können durchaus auch als Bubies à la Hurts durchgehen, TV on the Radio haben die hohen Töne in Perfektion drauf und ja, Explosions in the Sky singen nicht einmal. Egal. Hauptsache ihr hört mal rein! ;)

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Kommentare
  1. […] than it always sounds is LOVE.“ Ich liebe es. Mehr zu diesem Album habe ich hier geschrieben: April, April… […]

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