Ohrwurm des Tages: HammerFall – Remember Yesterday

Veröffentlicht: 10. November 2011 von Lakritzschnecke in Ohrwurm des Tages
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Neuer Ohrwurm, alte Band, so lautet das Motto der heutigen Nacht. HammerFall sind für mich eine ganz besondere Musikgruppe, denn sie waren (wenn man Bon Jovi mal nicht in dieses Genre einordnet) meine allererste Metalband. Entdeckt, von der Leichtigkeit der Musik begeistert, in wenigen Wochen alle verfügbaren CDs gekauft und in Endlosschleife gehört, unzählige schöne Stunden damit verbracht, das waren meiner ersten Erfahrungen mit HammerFall. Auch mein erstes Metalkonzert bestritt ich mit den stürmischen Schweden und lernte begeistert, was es mit Headbangen, zweifelhaften Lederoutfits, zehnminütigen Drumsoli und natürlich dem Konzertbier auf sich hat.

HammerFall eben. Das Klischee lebt. Wer keine Ahnung von Metal hat und diese Tatsache ändern möchte, nehme sich HammerFall als Paradebeispiel vor. Eingeweihte nennen den von hohem Gesang, belanglosen bis gefühlvollen Texten, langen Haaren und jeder Menge Leder und Nieten geprägten Stil „True Metal“, und so  true trve wie HammerFall ist fast keine Band (die eine mit den Fellunterhosen natürlich noch, aber das ist ein anderes Thema). Allein dieser Binnenmajuskel… nein, furchtbar, es ist schon fast ZU true trve. All das hat aber auch seine Vorzüge: Während Genres wie Death, Black und Doom Metal den Hörer ganz schön nach unten ziehen können, macht sich beim Konsum von Power und True Metal meist ein erhebendes, positives Gefühl breit: Ich bin der in Leder gewandete Held (Heroismus!), der unbesiegt mit wehendem Haar (Sex!) und bestenfalls einem langen Schwert in der Hand (Potenz!) auf dem einsamen Felsen (Romantik! Verklärung!) steht und in das unterworfene Land (Macht!) blickt. Hallelujah, was gehen mich bei solchen Aussichten schon die paar Alltagsprobleme an… Ein zu null also für den wahren Metal.

Ein netter Nebenapsekt der ganzen HammerFall-Geschichte: Seit Beginn meines Studiums vor vier Jahren warte ich sehnsüchtig darauf, dass der provinzielle, erzkatholische Standort meiner Uni von einer Metalband heimgesucht wird. Es kam nie dazu. Vor zwei Monaten suchte ichdesillusioniert das Weite, zog fort und entdeckte sogleich ein Werbeplakat am alten Ort: HammerFall kommen, Dezember 2011. Haha, Schicksal, du bist so lustig.

Doch ganz egal, denn in der neuen Heimat darf ich meine Helden am kommenden Wochenende ein weiteres Mal live bestaunen und feiern. Anlass für viel Musik von HammerFall, Anlass für den heutigen Ohrwurm. Und der ist textlich eigentlich gar nicht so belanglos, sondern beinhaltet schon fast eine Lebensweisheit:

Remember yesterday

And think about tomorrow

But you have to live today

Ich könnte nun ausholen, über Begriffe wie „Verantwortung“, „Vernunft“, „Wagnis“ und „Konservativismus“ philosophieren, doch es geht um die Musik. In diesem Sinne: Viel Spaß mit HammerFall, und wer weiß: Vielleicht bis zum Wochenende auf besagtem Konzert! :)

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Kommentare
  1. […] Was muss man noch zu Hammerfall sagen? Falls ihr es noch nicht gelesen habt, vielleicht das hier. Davon abgesehen haben die truen trven Power Metaller auch 2011 wieder ein echtes Hammer-Album […]

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