Nu-Mentales

Veröffentlicht: 15. November 2011 von A (di bosco) in Das Redegewand
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Ein Wort-Shop, von euch, für euch: hier gibt’s NOCH nichts zu kaufen, aber zum grübeln.

Passau bei Nacht

Passau bei Nacht

Eine Weiterstrickung unseres Redegewands in Online-Form. Denn die täglich gesprochene, geschriebene, kommunizierte Sprache hat natürlich all die Zeit nicht geschwiegen und wie immer wunderbarste mentale Verstrickungen produziert.

Zum Jahresbeginn wurde eine traurige Prognose aufgestellt: BinnenMajuskel werden OUT sein! Ich werde (vielleicht) versuchen diesem Trend entgegenzuSchreiben.

Beim abendlichen Kneippenbesuch stellte sich die rhetorische Entscheidungs-Cocktailfrage: „Lass ich mich heute vom Planter punchen oder lieber down touchen?“ Und das „alcohilic“ auf der nixnutzigen Getränkekarte ist wohl eine Kombination aus alcoholic und hilarious.

Einzig die Aktion’s-Seite des bayerischen Löwen – eines traditionellen bayrischen Gasthauses (so behauptet es) will mir so gar nicht in ihre Umgebung passen. Das sprachlich-soziale Kolorit des englischen Genitiv-S ordnete ich bisher eher Pommesbuden und Kiosken zu.

Passau bei Nacht

Ort so einiger Verstrickungen

Ganz groß im Kommen und immer wieder für Diskussion sorgt in meinen sozialen Kreisen die „SelbstUNbewussheit.“ Oder das „Selbst-un-bewusste“ an sich. Es leiden mehr Menschen darunter, als man sich bewusst ist.

Achja, ich würde gerne mal in das Schweden fahren und nach Türkei! Oder zumindest logisch erklärt bekommen, warum das nicht geht.

Andere Lieblingsworte, die beschreibungseng erscheinen, sich aber in ihrer pragmatischen Verwendung nicht immer erschließen sind: zeitnah (seit O2mores zeitnahen Wetterwarnungen auf Rock im Park 2011 wissen wir – dieser Begriff ist dehnbar) und trennscharf.  Dieses Wort sollte in jeder Handlungsanweisung, Bewertung, Kritik mindesten einmal vorkommen, so inflationär wie der Begriff scheinbar gebraucht werden kann. Natürlich verraten einem die Nutzer fast nie, was genau sie eigentlich unter trennscharf verstehen. Knoblauch könnte meiner Meinung nach trennscharf wirken… .

Weiterhin im Angebot der schönen Worte, gefunden im echten Leben, außerhalb unserer Köpfe: die Passau-Österreichische Zusammenarbeit zum Zwecke der Brückenetdröhnung (Das Bild hab ich leider verbummelt… Könnte ein Passauer so nett sein und das Ablichten, falls noch vorhanden? ).

Zudem wurde mir von einem mir in die Welt nachgefolgten Geschwisterteil eine schwere Schädigung diagnostiziert, die sich da nennt: Erstgeborenheit (mei, was will man da machen, schon rum um’s Eck – gelaufen, würd‘ ich sagen…).

Passau bei Nacht

geradeaus Mariahilf

Wer sich noch an den Beginn dieses Jahres inklusive Zitationsfehlern, Grünenwahl und Atomdesastern erinnern kann wird mein Unwort 1/2011 der öffentlichen Berichterstattung nachvollziehen können. Es ist definitiv: die Glaubwürdigkeit. Es widert mich richtig an, dieses Wort hier zu verschriftlichen. Das verleiht meinem Text einen Touch von Heuchelei und wirkt nahezu medial hyperbolisch – unglaubwürdig halt!

Zum Abschluss bleibt zu sagen: wir (hier von Artanymess) sind aktive ToDoListen! Oder vielleicht eher passive Todolisten? Nun, das Bedarf noch der Klärung. Des Weiteren bekenne mich auch zum non-dualen Sein.

So das waren sie, die Nu-Mental-Dinge, der letzten Zeiten. Vielleicht gibt es das ein oder andere bald im Wort-Shop in mono-nu-mentaler Form?

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