2011. Eine musikalische Fundstube und Wundergrube. „You can find all you need“. Zwischen mehr und gar keinen Worten entdeckte ich dieses Jahr den Post-Rock, wandelte entflammt vom Beginn der Zeiten über den Camino auf in schwebende klingende Anderswelten jenseits von Hier und Heute und Leben und Leute. Ja, mich erfüllt es mit Stolz, sagen zu können, dass mehr als die Hälfte meiner TopTen-Songs die 4:00-Minuten-Marke knacken! Radio ade, du bist für mich längst nur noch eine Nachrichtenmaschine mit unerlässlichem musikalischen Wert!

Meine TopTen ging mir dieses Jahr aufgrund der Fülle an toller Musik nicht leicht von der Hand. Leider konnte ich auch noch längst nicht alles, was im letzten Jahr vielversprechend anklang, durchhören. Daher ist dies natürlich (mal wieder) ein auf meinen subjektiven derzeitigen Musikhörstand begrenzter Rückblick. (Auf meiner „Muss-ich-noch-anhören-Liste“ stehen u.a. so große Namen wie die Foo Fighters, Red Hot Chilli Peppers und Dream Theater und andere wie Trivium, Graveyard, Russian Circles und Mastodon).

Da ich dieses Jahr ein paar Lieblingssongs hatte, deren Alben es aber nicht in die Top Ten geschafft haben, findet ihr zu Schluß noch eine 2011er-Best-of-not-TopTen-Playlist.

In diesem Sinne viel Spaß mit meinem 2011er Rückblick, also mit: Amorphis, Amplifier, Explosions in the Sky, Fair To Midland, In Flames, Mogwai, Opeth, The Black Keys, Trail of Dead und den White Lies. Vielleicht findet ihr ja was für euch, würde mich freuen!
Außerdem würde mich auch interessieren, was euch so letztes Jahr begeistert und berauscht hat, also her mit den Kommentaren, mir dürstet nach musikalischen Austausch!

With love. Never stop listening to each other and music!

>>> Playlist: notTopTen – Songs I Loved in 2011

TOP 10

– nach Veröffentlichungsdatum geordnet –

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 AmplifierAmplifier – The Octopus

VÖ: Januar 2011
Manchester, England
Progressive Rock

 
 

Paul auf dem Cover des dritten Amplifier-Albums: und es ist wahrlich eine Offenbarung. Dieses Doppelalbum hat mir eindrücklich vor Augen geführt, warum ich Progressive so sehr liebe. Es sollte an Schulen gelehrt werden, die Menschen würden das zuhören wieder lernen.
Ich finde: nur komplexe Musik wird einer komplexen Welt gerecht. Aber leider weiß ich: den Zugang zu dieser Musik muss man selbst finden. Man muss die Tür selbst öffnen und eintreten und sich darauf einlassen. Ein kurzes Reinklicken und Reinhören führt meist leider nur zu Unverständnis und Überforderung.
Wer es dennoch wagen will und nicht gleich für das ganze Album Zeit hat, dem empfehle ich, sich einfach mal einen Song bewusst und am Stück anzuhören. Aber Achtung, bis auf den Intro-Song entfalten sich die Klangteppiche nicht unter 5 Minuten und mehr, progressive at it’s best!

Anspieltipp: Minion’s Song

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 White LiesWhite Lies – Ritual
VÖ: Januar 2011
London, England
Indie-Rock, Post-Punk Revival
 
 

 

Ja, auch das ist Musik, die ich mag. Ein bisschen Indie ab und an kann nicht schaden, ein bisschen Pomp und Tragik und wenn das Ganze auch noch aus London kommt: „perfect“. Manchmal bringt es der Düster-Pop-Rock einfach auf den Punkt. „She says: the only thing I’ve ever found, that is greater than it always sounds is LOVE.“ Ich liebe es. Mehr zu diesem Album habe ich hier geschrieben: April, April… .

Anspieltipp: Is Love

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Tao of the Dead… And You Will Know Us By The Trail Of Dead – Tao of the Dead
VÖ: Februar 2011
El Paso, Texas
Alternative Rock
 
 

Kraut, Psych, Art,…  und das alles in nur 10 Tagen aufgenommen. Nun das sind sie, die beiden, die auf der Bühne auch gerne mal zertrümmern und absichtlich (hoffe ich) mal in Promo-Videos grottenfalsch spielen. Mehr zu „Tao of the Dead“ habe ich unter dem Ohrwurm zum Album  geschrieben.

 
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 MogwaiMogwai – Hardcore Will Never Die But You Will
VÖ: Februar 2011
Glasgow, Schottland
Post-Rock
 
 
 
 

Ich gebe es zu: erst mit diesem Album habe ich Kontakt mit Mogwai aufgenommen. Und ich bin mir sicher: „This Love Will Never Die, But I Will“.
Voraussetzung für das genussvolle Anhören dieses Albums ist eine gewisse Qualität der Lautsprecher/Kopfhörer über die es abgespielt wird: schlechte Boxen führen lediglich zu einem deprimierenden Gitarrenrauschen, dass jegliche, aber hier so wichtigen, Feinabstimmungen im Gitarrensound verwischen lässt.

Anspieltipps: Rano Pano

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 explosions in the skyExplosions in the Sky – Take Care, Take Care, Take Care
VÖ: April 2011
El Paso, Texas
Post-Rock
 
 
 
 

Und gleich noch einmal eine Huldigung an die (nicht immer) wortlose Musik. Diese Musik entführt in andere Welten, umhüllt den Körper und verwandelt einen in ein schwingendes Teilchen unter vielen. Wenn die Titel fast die einzigen Worte sind, die zu finden sind, so strahlen sie umso mehr. Daher: TAKE CARE!

Anspieltipp: Last Known Surroundings

 
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 AmorphisAmorphis – The Beginning of Time
VÖ: Mai 2011
Helsinki, Finnland
Folk-Metal, Progressive Metal

Wer, wenn nicht meine liebe Mitschreiberin, die schwarze Lakritzschnecke, hat mich zu diesem Album geführt? Der aufmerksame Leser wird sich nicht darüber wundern. Da ich mir sicher bin, dass dieses Album in ihrer TopTen vertreten sein wird und sie der unangefochtene Profi ist, überlasse ich ihr das ausführende Schwärmen. Nur so viel: Ein Ohrwurm nach dem anderen ist auf dem guten Stück zu finden, wie schaffen die das bloß?
Mehr zur Band gibt’s unter A wie Amorphis in unserer „A-Z – Durch die Welt der Musik“-Rubrik.

Anspieltipp: Battle For Light

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In Flames
In Flames – Sounds of A Playground Fading
 
VÖ: Juni 2011
Gothenburg, Schweden
Melodic Death Metal

 

Und noch ein Stück Musik aus dem schwarzen Fundus. Bei wohl keinem anderen Album bin ich mir hinsichtlich der Aufnahme in die Jahres-TopTen mit meiner Mitschreiberin und meinen Geschwistern wohl so einig wie mit diesem: In Flames haben dieses Jahr die meisten Play Counts auf meinem PC und MP3-Player eingefahren (müsste ich eine Nummer 1 bestimmen so lägen sich In Flames und Amplifier jetzt raufend in den Haaren!).
Wenn sogar eine 50-Jährige nicht-Metalerin auf ihrem ersten derartigen Konzert einer Musik dermaßen verfällt, dass sie weitere Konzerte besuchen will, darüber nachdenkt Crowd-Surfen auszuprobieren und von einer „einzigartigen, ansteckenden Stimmung“ spricht, so kann das nur für die Band, ihre Musik und ihr aktuelles Album sprechen. Natürlich handelte es sich dabei um ein In Flames-Konzert (sonst wäre die Erwähnung hier unsinnig) und Nein, ich selbst bin nicht die zitierte Person.
Fans der ersten Stunde mögen es oft nicht gut finden, wenn eine Band auf einmal auch von Genre-fernen Hörer geliebt wird… Ich kann aber nur jedem, der was mit lauter Musik anfangen kann, bisher aber vor der Aufschrift „Death“  und „Metal“ zurückgeschreckt ist, dieses Album voll und ganz empfehlen. Ich werde verwegen, werfe es aber in den Raum: Vielleicht ist dies für mich ein Album für die Ewigkeit?

Anspieltipp: Fear is the Weakness und Deliver Us (Lakritzschneckes Ohrwurm im September)

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 fair to midlandFair to Midland – Arrows & Ancors
VÖ: Juli 2011
Pasadena, Kalifornien
Alternative Metal/Rock, Art Rock

Diesem Album muss man definitiv mehr als nur eine Chance geben. Beim ersten Mal hören will es noch nicht so ganz eingehen, ist mit Ecken und Kanten versehen, mag verwirren und abstoßen. Doch schon der zweite Anlauf vermag zu versöhnen, der dritte zu fesseln. Mit Arrows & Anchors zielen Fair To Midland mehrmals, treffen schließlich und können sich als ein Favorit diesen Jahres in meinem akkustischen Gedächtnis verankern. Mit diesem musikalischen Werk haben wir zudem ein Musterbeispiel aktueller Musik vor uns, dass es einem schwer macht es in eine bestehende Genre-Schubladezu stecken. In diesem Sinne, liebe Zuhörer, schiebt einfach mal alle Bevorurteilungen zur Seite und … „listen to me“, „they danced and sang to the song of amazing grace“. „I told you so!“

Anspieltipps: Uh-Oh und Rikki Tikki Tavi

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 OpethOpeth – Heritage
VÖ: September 2011
Stockholm, Schweden
Progressive Rock
 
 
 

Meiner Meinung nach gibt es kein besseres Album zum Christbaum-Schmücken als dieses. Der Klavier-Auftakt als beruhigender Opener, danach ein kräftiges „God is Dead“ und schon kann man ganz und gar Abtauchen in progressive Klangwelten mit jazzigen Nuancen. Oberste musikalische Klasse, natürlich keine Hintergrundberieselmusik, aber wahre Seelentöne und was brauch man mehr um sich selbst als von kaufhäusischer Kommerz-Weihnacht abgetrennt zu empfinden? Auch hier habe ich gehört, dass so mancher alte Fan schwer enttäuscht war u.a. vom fehlenden Death-Metal-Gesang. Was soll’s, wenn dabei dieses gute Stück herauskommt? In meinen Augen fehlt es dem Album an nichts, es ist eine runde Sache. Kleiner FunFact am Rande: Immer wieder amüsiert mich die Melodiesequenz in dem Song Folklore, zu dem ich automatisch „Love is in the Air“ anstimme, ganze 7-Sekunden dauert der Spaß an.

Anspieltipp: Folklore

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El CaminoThe Black Keys – El Camino
VÖ: Dezember 2011
Nashville, Tennesse
Blues Rock
 
 
 

Dieses Album widme ich all jenen unter euch, die da denken Metal sei ihnen zu laut,  Progressive  zu unverständlich und komplex und Post-Rock zu depressiv (meine lieben Freunde, natürlich erliegt ihr hier in allen Punkten gnadenlos euren Vorurteilen!). Mit diesem Album dürften sich alle die sich jetzt angesprochen gefühlt haben aber auch andere wunderbar anfreunden und erfreuen. Ich will ja nicht, dass hier einer mit leeren Händen aus dieser TopTen herausgeht…
El Camino ist Gute-Laune-Musik, macht Spaß und haut rein. Wenn auf ein Album der Ausdruck „das rockt“ passt, dann auf dieses. Was will man mehr zum Jahresende?
Gleich mit dem ersten Lied weiß man woran man ist: „Oh oh oh oh. I got a love that keeps me waiting.“ Und diese Liebe ist dieses Album. Ganz ehrlich: ich will nicht wissen wie vielen Bestenlisten von 2011 hier ein wohlverdienter Platz unter den Top Ten durch die Lappen gegangen ist, nur weil das Album am Ende des Jahres erschienen ist (auf laut.de wird es in der Review zum Album immerhin zugegeben). Ich weiß schon warum meine Retrospektive erst im neuen Jahr erfolgt. So manche Blume blüht auch im Dezember.

 

Anspieltipps: Lonely Boy, Run Right Back


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Not-in-the-TopTen-Playlist

More Songs I Loved in 2011

  • Digitalism – Circles (from: „I Love You Dude“)
  • Elbow – The Birds (from: „Build A Rocket Boys“)
  • Emil Bulls – Epiphany (from: „Oceanic“)
  • Mastodon – Creature Lives (from: „The Hunter“)
  • The Rapture – How Deep Is Your Love (from: „The Grace Of Your Love“)
  • TV on the Radio – Forgotten (from: „Nine Types Of Light“)

Listen to them on Grooveshark: notTopTen – Songs I Loved in 2011.

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Top Ten der letzten Jahre

(von A.)

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Kommentare
  1. Mo sagt:

    1. Emil Bulls – Oceanic VÖ: September 2011
    2. In Flames – Sounds of a Payground fading VÖ: Juni 2011
    3. Mastodon – The Hunter VÖ: September 2011
    4. Trivium – In Waves VÖ: August 2011
    5. Joe Bonamassa – Dust Bowl VÖ: April 2011
    6. Black Country Communion – 2 VÖ: Juni 2011
    7. Graveyard – Hisingen Blues VÖ: März 2011
    8. Dream Theater – A Dramatic Turn of Events VÖ: September 2011
    9. The Brew – The Third Floor VÖ: September 2011
    10. Steven Wilson – Grace for drowning VÖ: September 2011

    Grüße
    Mo

  2. derfunker sagt:

    Ohne Reihenfolge:
    Casper – XOXO
    Emil Bulls – Oceanic
    KIZ – Urlaub fürs Gehirn
    Hundreds – Hundreds
    The Kills – Blood Pressures
    Bad meets Evil – Hell: The Sequel
    The Sounds – Something to die for

    Habe mich irgendwie kaum mit kompletten Alben auseinandergesetzt oder einige von 2010 erst in diesem Jahr entdeckt, wie Two Door Cinema Club.

  3. Max sagt:

    So viel Postrock und nichtmal eine Erwähnung für Long Distance Calling? :-)
    Von Fair to Midland’s Dance of the Manatee hatte ich mal einen wochenlangen hartnäckigen Ohrwurm. Ich weiß nicht, ob ich das nochmal riskieren will, aber ich glaube die Neugier ist doch zu groß.

  4. Jonathan sagt:

    1. Trivium – In Waves
    2. In Flames – Sounds of a Playground Fading
    3. Emil Bulls – Oceanic
    4. The Haunted – Unseen
    5. Dream Theater – A dramatic Turn of Events
    6. Mastodon – The Haunter
    7. Black Country Communion – 2
    8. Opeth – Heritage
    9. Amorphis – The Beginning of TImes

  5. N4p-o sagt:

    1) Emil Bulls – Oceanic
    2) Trivium – Shogun
    3) Emil Bulls – Phoenix
    4) In flames – Sounds of a playground Fading
    5) Trivium – In Waves

    Sind zwar nicht alle 2011 erschienen, aber mehr Alben hab ich 2011 auch gar nicht angehört :-)

  6. A (di bosco) sagt:

    Ich seh schon, im Unterallgäu scheinen Emil Bulls sehr beliebt zu sein! ;)

  7. der mark ;) sagt:

    He :D also ich weiß nicht ob 10 zusammenbekomm aber hier spontan was mir gefallen hat

    Emil Bulls – Oceanic
    Limp Bizkit – Gold Cobra
    Rise Against – Endgame
    Dropkick Murphys – Going out in Style
    Disturbed – The lost children
    Coldplay – Mylo Xyloto
    Bruno Mars – Doo-Wops And Hooligans
    Egypt Central – White Rabbit
    Flogging Molly – Speed Of Darkness
    Foo Fighters – Wasting Light
    Korn – The Path Of Totality
    Milow – North And South
    Red Hot Chili Peppers – Im With You
    Simple Plan – Get Your Heart On

    So für jede Stimmung was dabei :) meine Begleiter 2011

    • A (di bosco) sagt:

      Cool. :) Und wenn ich so nachzähle hast dir um die Zahl 10 ja keine Sorgen machen müssen! ;) Ich muss sagen vom Disturbed-Album hatte ich noch nicht mal gehört. Oh je, shame on me… ;)

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