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‚When I close my eyes, Inis Mona…‘


Seit geraumer Zeit bekomme ich diesen Satz nicht mehr aus meinem Kopf, denn seit ich die Folkmetal-Band Eluveitie (gespr.: el-veiti) kürzlich auf der Metal Invasion 2010 in Passau live gesehen habe, hab‘ ich mich verliebt!

Eluvietie ist eine achtköpfige (!) Gruppe aus der Schweiz, die sich mit Liebe Themen aus vergangenen Zeiten, der Liebe selbst und dem Schmerz widmet. Mit Liebe spielen sie so auch einige altertümliche Instrumente, was ihrem Flair eine große Authentizität spendet:

Wer beispielsweise Anna Murphy, eine der zwei weiblichen Mitglieder, auf der Bühne sieht, wird nicht umhin kommen, als mit verwunderten Augen das Gerät zu bestaunen, das sie so liebevoll zu bedienen versteht- die Drehleier. Glücklicherweise hatte ich eine Ahnung, was dieser Holzkasten mit Kurbel und Saiten sein könnte, ansonsten hätte ich es schwer gehabt, dieses verwunderliche Instrument namentlich ausfindig zu machen…
So, wie der Dudelsack zu vielen mittelalterlichen bzw. altertümlichen Bands gehört, der bei Eluveitie von Päde Kistler gespielt wird, widmet sich das andere Mädel der Gruppe, Meri Tadic, traditionell einem Streichinstrument, oder genauer gesagt der Fidel.

Und spätestens hier beginnt meine Leidenschaft zu Eluveities Song „Inis Mona“, der ursprünglich auf ein altes, bretonisches Volkslied zurück geht und verschiedene Male gecovert wurde:
Schon immer haben mich (Metal-)Bands in den Bann gezogen, bei denen unschwer eine Geige oder ein vergleichbares Instrument heraus zu hören war.

Bei Eluveitie ist der Mix aus traditionellen Musikgeräten meiner Meinung nach jedoch einmalig und mit Inis Mona liefert mir die Band ein ohriges Wohlgefühl, das zuerst durch die „Tin Whistle“ von Frontsänger Christian „Chrigel“ Glanzmann hervor gerufen wird und sich schließlich in den vollen Klang der Fidel und des Dudelsacks ergießt.
Mit der Härte der Drums sowie der E-Gitarren füllt der Song mein Metalherz mit einem Lächeln, das sich mir in der letzten Zeit nur schwerlich bis nie anbot…

Höre hier: http://www.youtube.com/watch?v=iijKLHCQw5o

Die große Melodiosität von „Inis Mona“ passt sich herrlich in den gutturalen Gesang von „Chrigel“ ein, der dem Lied die Tragik und Schwere liefert, die mein Herz nunmehr seit zwei Monaten mit Verständnis und Wärme bereichert.
Inis Mona
spendet mir den Mut zur Trauer, die Fähigkeit zu lächeln und zu lieben und mein Herz zu öffnen- und bei diesen wundervoll-winterlichen Schneebergen, passend zum Video des Songs, kann die Weihnachtszeit gerne kommen…

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B wie Belphegor

Veröffentlicht: 14. November 2010 von Metalcat in Von A-Z durch die Welt der Musik
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Der Belphegor ist ein Dämon aus der jüdisch-christlichen Mythologie, der bereits Jahrtausende alte Wurzeln hat. Ursprünglich geht er auf die moabitische Gottheit Baal Peor („Herr des Berges Peor“) um 700 v. Chr. zurück.

Er gilt als Dämon der Unterwelt und verkörpert das Böse in Reinform – sexuelle Orgien, Völlerei, Nacktheit – und all das sogar mit Frauen! ;) Außerdem steht er für die Trägheit, mit der all die Laster genusssüchtig hingenommen werden.

Der Belphegor ist Ekel und Unzucht im weitesten Sinne – und so ist auch sein musikalischer Zwillingsbruder:

Die österreichische Metalband „Belphegor“ ist fies und gemein, ekelerregend und schauderhaft ehrlich. Seit 1993 sind Körperöffnungen und Exkremente für sie Thema, wie für ihr namentliches Vorbild: Bei Live-Konzerten ist die Bühne voller Blut, ebenso wie die Musiker selbst. Stahlketten oder seltsam-anrüchige Tierplastiken begleiten ihren Auftritt.

Belphegor glorifizieren den Ekel. Sie besingen die Abgründe des Menschen als absoluter Teil der Normalität. Das mag große Verwirrung und Abneigung stiften, doch ebenso wenig, wie manch einer christliche Warnungen vor sexueller Lust und Genussstreben bedrohlich ernst nimmt, sollte man die Texte und Darbietungen der Band wörtlich nehmen. Songtitel wie „Sexdictator Lucifer“, „Bleeding Salvation“ oder „Hail the New Flesh“ bezeugen den artistisch-kritischen Umgang mit gesellschaftlich-religiösen Verbotsschildern auf groteske und „fleischliche“ Art und Weise.
Außerdem: Wer Gestik und Mimik des Frontsängers Helmuth Lehner bei Live-Auftritten oder in einigen ihrer Musikvideos genau betrachtet, wird einen gewissen Irrsinn, Komik und Ernstlosigkeit erkennen… ;) (mehr …)