Archiv für die Kategorie ‘Sonstiges’

Ich bin mein größter Fan

Veröffentlicht: 19. Juni 2012 von A (di bosco) in Das Redegewand
Schlagwörter:, , , , , ,

Klick. Refresh. Mails checken, Postkasten nicht vergessen. 20 Likes. Yay.

Letztendlich liebe ich mich mehr, als ich es eigentlich zugeben möchte. Deswegen habe ich heute auch mal nachgelesen, wo ich denn herkomme. Besser gesagt, wo ich lange Zeit in jungen Jahren gelebt habe. Herkommen tu ich dann doch wieder von woanders. Einmal „Zuazogne“ – immer. 40 Kilometer reichen aus um Welten zu trennen, im Grunde braucht es nicht einmal Kilometer.

Wikipedia klärte mich auf jeden Fall über die wirtschaftliche Situation meiner Jugendstätte auf. Ich komme aus dem „milchstärksten“ Teil Deutschlands, da wo Zukunft noch „krisenfest“ ist und der Bürger mit seinem „Fleiß“ zur Anbindung und Verfestigung wirtschaftlicher Potentiale beiträgt.

Böse könnte ich sagen: kein Wunder dass ich „fuat ganga“ bin. Und mich arrogant wundern wie ich wurde, was ich mein zu sein (um dann festzustellen, dass ich (mehr …)

Das einem im Worldwide Web Doktortitel mit größten Ehren des Öfteren hinterhergeschmissen werden ist ja schon ein alter Hut. Doch da wohl ein Großteil dieser Spam-Mails (wir kennen sie alle) inzwischen in den Junk-Filtern hängen bleiben und ungelesen verenden, wird’s nun eben über Rabatt- und Gutscheinseiten versucht. Funktionieren tut’s, eh klar. Daher der Fakt des Tages:

Man kann auch ohne begüteter Politiker zu sein,  günstig einen Doktortitel erwerben um damit was für’s eigene Aufsehen zu tun.

Zu finden ist das Ganze bei Groupon.

Besonders schön ist, dass beim Schmökern im Angebotstext sehr schnell klar wird, dass da ein Schreiber mächtig Spaß hatte bei der Auswahl seiner Formulierungen und anschaulichen Beispiele. So könnte  man sich „zum Beispiel Erika Mustermann Dr. h.c. of Exorcisms, MLDC Institute (USA) nennen“ und, (mehr …)

Fakt des Tages: Kinder als Accesoires

Veröffentlicht: 24. März 2012 von A (di bosco) in Fakt des Tages
Schlagwörter:, , , , ,

Nach einem Abendspaziergang auf der Düsseldorfer Kö:

Es scheint Mütter zu geben, die das äußere Erscheinungsbild ihres Kindes (nicht nur) farblich dem eigenen Outfit anpassen.

Ich finde den Trend zum „Kind als Accesoire“ äußerst beunruhigend und bin für mehr Kinder in verschiedenen Socken, Jungs mit Kleidern und ungekämmte Mädchen!

Nu-Mentales

Veröffentlicht: 15. November 2011 von A (di bosco) in Das Redegewand
Schlagwörter:, , ,

Ein Wort-Shop, von euch, für euch: hier gibt’s NOCH nichts zu kaufen, aber zum grübeln.

Passau bei Nacht

Passau bei Nacht

Eine Weiterstrickung unseres Redegewands in Online-Form. Denn die täglich gesprochene, geschriebene, kommunizierte Sprache hat natürlich all die Zeit nicht geschwiegen und wie immer wunderbarste mentale Verstrickungen produziert.

Zum Jahresbeginn wurde eine traurige Prognose aufgestellt: BinnenMajuskel werden OUT sein! Ich werde (vielleicht) versuchen diesem Trend entgegenzuSchreiben.

Beim abendlichen Kneippenbesuch stellte sich die rhetorische Entscheidungs-Cocktailfrage: „Lass ich mich heute vom Planter punchen oder lieber down touchen?“ Und das „alcohilic“ auf der nixnutzigen Getränkekarte ist wohl eine Kombination aus alcoholic und hilarious.

Einzig die Aktion’s-Seite des bayerischen Löwen – eines traditionellen bayrischen Gasthauses (so behauptet es) will (mehr …)

Eine Frage an die Welt: Darf ich töten?

Veröffentlicht: 5. September 2011 von Lakritzschnecke in Eine Frage an die Welt

Um den Tag der Wiedergeburt von Art Any Mess gebührend zuende zu bringen, folgt kurz vor Mitternacht noch eine Frage an die Welt, mit der ich mich am heutigen Abend beschäftigt habe. Sie lautet ganz einfach:

Darf ich töten?

Das Ende eines mal viel zu kühlen, mal unbändig heißen Sommers. Der Herbst wirbelt sich mit dem ersten von den Bäumen fallenden Laub in unsere Gedanken, und es wird Zeit, über den Tod nachzudenken. Die letzten Hitzeschwaden hängen noch wie Erinnerungen in der geliebten Dachgeschossbude, und durch das geöffnete Schrägfenster weht es noch ein Mal die unangenehmen Seiten des Sommers ins Zimmer: Stechmücken, Schnaken, aufgekratzt und überlebenswillig, obgleich chancenlos dem Winter ausgeliefert. In Holzritzen und an versteckten Wandstellen klammern sie sich beharrlich fest, überdauern den Tag regungslos, geduldig, nur auf das Eine erpicht: Sie wollen mein Blut. Und dann, nachts, wenn die Welt im Schlaf versinkt, surrt es mit einem Mal in steigender Intensität am eigenen Ohr vorbei, penetrant und ekelerregend, und der Mensch ist dem Tier ausgeliefert. Die Nacht gehört den Blutsaugern, und wenn die Sonne den Schlaf verjagt, brennt die Haut und fängt auf schmerzvolle und unansehnliche Weise an zu jucken, und der Mensch weiß: Er hat den Kampf erneut verloren. Irgendwo in einem dunklen Eck hockt keck das volle Raubtier und verdaut das eigene Blut.

Heute wollte ich diese Dreistigkeit ein für alle Mal beenden, suchte mein Zimmer Stelle für Stelle ab, und siehe da: Im hintersten Winkel hatte sich das Biest verkrochen, unsichtbar gemacht und wartete gierig auf das Hereinbrechen der nächsten Nacht. Nicht mit mir, junger Freund, sagte ich dem Insekt, schleuderte ihm meine ganze Verachtung in Form eines gefalteten Zettels mit der Running Order des letzten Sommerfestivals entgegen und betrachtete stolz mein eigenes Blut auf der weißen Tapete. Der Stecher war geschlagen, die kommende Nacht war gerettet und mit ein wenig Wasser hatte sich auch das Problem der Ästhetik schon bald lösen lassen. Es blieb nur das schlechte Gewissen und die Frage an die Welt: Darf ich töten?

Auf den Ball gekommen

Veröffentlicht: 2. Mai 2011 von Lakritzschnecke in Sonstiges

Hallo Welt!

Ich, Lakritzschnecke, habe ein Geständnis zu machen: Ich bin seit einem halben Monat leidenschaftlicher Snooker-Fan. Fan eines Sports, der mir zuvor lange Zeit einfach nur egal war, bei dessen TV-Ausstrahlung ich ohne hinzusehen weiterzappte, eine Nullstelle auf meiner Landkarte der Interessen. Und nun bin ich bekehrt, nun bin ich Snooker-Fan. Aha, wird der ein oder andere nun sagen, Snooker also. Was war noch gleich Snooker?

Snooker, das ist eine Art Billard. Man spielt es auf einem ca. 3,5 x 1,7 Meter großen, mit grünem Tuch bespannten Tisch eins gegen eins, das Spielgerät ist der sogenannte Queue (sprich: Kö). Auf dem Tisch liegen 15 rote Kugeln und sechs „farbige“ (nicht rote), man muss immer abwechselnd eine rote und eine farbige Kugel in einer der sechs Taschen des Tischs versenken, wobei die farbigen Kugeln immer wieder neu auf den Tisch gelegt werden, bis es in die Endphase des Spiels geht. Wenn dann keine roten Kugeln mehr übrig sind, müssen die farbigen Kugeln in einer bestimmten Reihenfolge eingelocht werden, zuletzt die schwarze. Wer dann mehr Punkte erreicht hat, gewinnt das Spiel bzw. den sogenannten Frame.

Soviel zu den Fakten – was Zahlen und Fachbegriffe allerdings nicht verraten, ist die immense Spannung und Energie, die in diesem Sport steckt. Gerade hat John Higgins die Snooker-Weltmeisterschaft gewonnen, liegt in den Armen seiner Familie, weiß ein jubelndes Publikum in Sheffield hinter sich und eine viel größere Fanschar im Internet. Die Minuten, Stunden und Tage zuvor boten den Zuschauern an den Fernsehbildschirmen (Eurosport übertrug einen Großteil der WM live) eine gehaltvolle Mischung aus knisternder Spannung, überschäumenden Emotionen sowie purer Begeisterung und Faszination für das Spiel. Ja, im Fernsehen mag es leicht aussehen, wie geschickt und souverän die Kugeln ihre oft für unmöglich gehaltenen Wege durch andere Kugeln hindurch in die Taschen finden, doch wer einmal vor einem Snooker-Tisch stand oder gar selbst Hand anlegte, weiß, welch Herausforderung in diesem Sport steckt. Die Typen, die auf höchstem Niveau Snooker spielen, sind so interessant wie ihre Leidenschaft: Ob nun Ronnie O´Sullivan, der wie aus einem Gewehr feuernde, lochsichere und grimassenschneidende Mr. Bean des Snooker, Erfolgsprofi und siebenmaliger Weltmeister Stephen Hendry, der mental unendlich starke John Higgins oder Judd Trump, der 21-jährige neue Stern am Snooker-Himmel – ein jeder hat seine Stärken und Schwächen, und doch gelingt es ihnen allen, ihr Publikum zu begeistern. Snooker wird übrigens als „Gentlemens´ Sport“ angesehen, da extreme Fairness und Respekt gegenüber dem Gegner an der Tagesordnung ist, absolute Stille im Saal sowie ein strenger Kleidungsstil am Tisch herrscht (Fliege oder Schleife ist Pflicht!) und manchmal sogar für gelungene Aktionen des Kontrahenten applaudiert wird. Der Matchgedanke kommt dennoch niemals zu kurz: „Snooker“ bedeutet übersetzt „missliche Lage“ (= die zu spielende Kugel kann nicht auf direktem Wege erreicht werden) – und in diese möchte man seinen Gegner stets bringen, wenn man selbst gerade keine Möglichkeit zum Lochen hat.

Auch auf der medialen Seite ist Snooker in Deutschland eine wahre Freude: Während man sich im Fußball über Kandidaten wie Rethy und Reif dauerhaft aufregen könnte, erklärt, wertet und prognostiziert Dauerkommentator Rolf Kalb so treffend und verständlich vor sich hin, dass Einstiegern wie Alteingesessenen garantiert nicht langweilig wird. Und nein, langweilig ist der Sport garantiert nicht – wer einmal ein komplettes Match und vielleicht das ein oder andere Century oder Maximum Break gesehen hat, wird vielleicht wie ich sein Herz an das Spiel mit den Bällen und dem Feuer verlieren.

Wer sich einen Eindruck von richtig gutem Snooker (hier von unser aller Meister, meinem Lieblingsspieler Ronnie O´Sullivan) verschaffen möchte, der sehe sich folgendes Video an:

Vom wissenschaftlichen Gärtnern

Veröffentlicht: 4. April 2011 von A (di bosco) in Bildung
Schlagwörter:, , ,

Im Grunde kann man das wissenschaftliche Arbeiten mit dem Gärtnern vergleichen.

Man pflanzt seine Ideen, gießt und düngt sie. Ist ständig besorgt um die äußeren Umstände (zu viel Sonne ist nicht von Vorteil – Regen regt in der Regel an). Hätschelt sie wie die eigenen Kinder. Sprießen die ersten Triebe, so ist man voller Freude und Erwartungen. Manchmal ist man dann gar sehr überrascht, ob der Dinge die da erwachsen.

Ab und an soll es tragischerweise auch vorkommen, das Heuschrecken über die Pflanzen in ihrem besten Sta(u)dium herfallen und sie abgrasen (habe ich gehört).

Ob die Blüte Früchte trägt, wird sich erst später zeigen.

Ob die Blüte zur Frucht wird, wird sich erst später zeigen.

Für mich die unliebsamste Tätigkeit: das Jäten des Krautgartens. Das Entfernen von unpassenden Gewächsen und Auswüchsen, das Beschneiden von wucherndem Grün wird von mir oftmals so lange wie möglich hinausgezögert (denke ich mir doch so oft, das alles leb(s)enswert ist…). Das Blöde: die Gartenabfälle kommen in unserer heutigen Zeit, in der alles auf Ökonomie angelegt ist, nur noch zweimal im Jahr. Ist man zu spät dran, bleiben die Abfälle liegen und es bleibt einem nur noch eins übrig: den ganzen Sch*** zu verbrennen.

Der wahre, aufrichtige Gärtner weiß natürlich stets, wo seine Wurzeln liegen und hat auch kein Problem damit sie anzugeben (Motto: Ich weiß wo mein Gemüse herkommt).
Unschön sind auch diejenigen, die nicht offen zugeben wollen, dass sie nicht selbst im eigenen Garten ackern. Doch lieber einen Namenlosen sich die Finger beschmutzen lassen und nur selbst die Lorbeeren ernten, das kann auch nach hinten losgehen. Denn der nicht echte Lorbeer ist nur beschränkt genießbar…

P.S.: Bei Problemen mit der Metaphorik, bitte ich darum unsere F.A.Q. – Frage 6 zu beachten!