Ohrwurm des Tages: Einherjer – A New Earth

Veröffentlicht: 9. April 2012 von Lakritzschnecke in Ohrwurm des Tages

Lustige Sache eigentlich, das mit den Ohrwürmern. Man sollte sie klassifizieren und nach Auftreten, Situation und Häufigkeit in ein Schema ordnen. Gibt es ein System der Ohrwürmer, gibt es Fach- und Lehrbücher dazu, gibt es bestimmte Ohrwurm-Namen und wissenschaftliche Diskussionen? Das wäre doch eine durchaus sinnvolle Sache.

Eine Kategorie würde ich, sollte ich mich je an ein solches Buch setzen, „Satzohrwurm“ oder – an die Gedichtanalyse angelehnt – „Versohrwurm“ nennen: Es handelt sich dabei um einen Ohrwurm, bei dem dem Besessenen lediglich eine Zeile, ein Satz oder eben ein Vers des Songs im Hirn herumspukt und nicht das ganze Stück. Meist treten solche Ohrwürmer in Situationen auf, die mit dem Inhalt des Lieds überhaupt nichts zu tun haben, und sind im eigenen Hirn ganz anders gemeint als es den Worten des Sängers zu entnehmen wäre. Freakig, aber sehr spannend.

Vor Kurzem erging es mir wieder so: Ich hörte das Album ODIN OWNS YE ALL der norwegischen Viking-Band Einherjer. Besonders angetan hat es mir das letzte Stück A New Earth, an dem eigentlich vieles Ohrwurm-würdig ist:

Der leise, instrumentale Beginn, der wundervoll einsetzende Bass, dann, nach einiger Zeit der Spannung, die Lead-Gitarre und schließlich der Gesang. Traumhafter Anfang, alles richtig gemacht. Wirklich in mein Hirn geschafft hat es jedoch die erste Refrainzeile des Songs:

„Once again ~ strangely wonderful ~ “

Dann manchmal können die Welt, das Leben und bestimmte Situationen auf wirklich seltsame Weise wunderschön sein. Mal sehen, ob Einherjer diese Botschaft auch live auf angemessene Weise vermitteln können.

Na das ist doch mal ein bezauberndes Statement. An einer alten Ruine in Augsburg, die schon seit Jahren auf ihre Renovierung wartet, hat das ganze natürlich einen entsprechend ironischen Unterton.

Allerdings sehe ich diesen Satz, trotz des etwas trockenen „Na“ am Anfang durchaus als doppelt anwendbar, je nachdem, ob man nun etwas bezaubernd findet oder nicht. Den Satz muss man dafür gar nicht ändern.
Dementsprechend ist mir ein kleines Spiel eingefallen: Ironisch oder nicht?

Wollen wir es doch mal versuchen. Welche Sätze sind ehrlich und welche sind ironisch gemeint? Darf auch gern jeder mitmachen, der Lust hat: Den Rest des Beitrags lesen »

Bar Sehnsucht

Veröffentlicht: 30. März 2012 von Lakritzschnecke in Gastroführer

Massenweise BHs baumeln von der Theke. Überall Poster von Pinup-Ladys. Ein Motorrad hängt an der Wand. Die wenigen Sitzplätze sind alle besetzt. Aus den Boxen dringt Volbeat und Iron Maiden, von der Nebenrunde lautes Gelächter herüber, die Stimmung kocht. Kurz und gut: Es lässt sich durchaus aushalten in der Bar Sehnsucht, die sich in der Münchner Amalienstraße im Herzen des Ausgehviertels um die Universität befindet. Der Blick auf das Publikum enttarnt die Kneipe eindeutig als Ort für Studenten, Alternative und Junggesellenabschiede. Wer hier sein (3,50 Euro teures) Bier mit nach draußen nehmen möchte, wird nicht daran gehindert, wer mit Highheels und Samtkleidchen an- und herumtanzen möchte, ist eher fehl am Platz, obwohl dieser reichlich vorhanden ist. Insgesamt is die Bar Sehnsucht eine wirklich schöne Möglichkeit, eine ausgedehnte Kneipentour in München zu beginnen – als Absackerort eignet sie sich aufgrund der wenigen Sitzplätze und der unsicheren Öffnungszeiten dagegen eher weniger. Und Vorsicht: Montags und freitags (!) ist die Bar geschlossen. An den anderen Tagen können Münchner ihre Sehnsucht nach der etwas anderen Weggehmöglichkeit aber bereits ab 19 Uhr ausleben.

http://www.bar-sehnsucht.de

Das einem im Worldwide Web Doktortitel mit größten Ehren des Öfteren hinterhergeschmissen werden ist ja schon ein alter Hut. Doch da wohl ein Großteil dieser Spam-Mails (wir kennen sie alle) inzwischen in den Junk-Filtern hängen bleiben und ungelesen verenden, wird’s nun eben über Rabatt- und Gutscheinseiten versucht. Funktionieren tut’s, eh klar. Daher der Fakt des Tages:

Man kann auch ohne begüteter Politiker zu sein,  günstig einen Doktortitel erwerben um damit was für’s eigene Aufsehen zu tun.

Zu finden ist das Ganze bei Groupon.

Besonders schön ist, dass beim Schmökern im Angebotstext sehr schnell klar wird, dass da ein Schreiber mächtig Spaß hatte bei der Auswahl seiner Formulierungen und anschaulichen Beispiele. So könnte  man sich „zum Beispiel Erika Mustermann Dr. h.c. of Exorcisms, MLDC Institute (USA) nennen“ und, Den Rest des Beitrags lesen »

Café Hüftgold

Veröffentlicht: 25. März 2012 von A (di bosco) in Gastroführer
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Café HüftgoldMontag Nachmittag. Die erste Frühlingssonne kitzelt auf den Backen. Zeit für einen Kaffee.

Schon das kleine selbstgebackene quadratische Schokoteilchen, dass neben meinem Latte Macchiato auf der Untertasse liegt, überzeigt. Mmmh, sehr lecker.

Die Untertasse passt übrigens nicht zum Glas. Welche Untertasse tut das schon? Die meiner Mitbesucherin passt aber auch nicht zu ihrer Tasse. Und jeder unserer Teller kommt auch wieder aus einem anderen Sortiment. Ich esse mit Silberlöffel, sie löffelt ihren Cappuccino mit blechernem Geschirr.

„Alles so kunterbunt und kreuz und quer“, sagt sie. „So wie bei mir daheim.“

Wie zuhause, unkompliziert, gemütlich, aber doch Den Rest des Beitrags lesen »

Fakt des Tages: Kinder als Accesoires

Veröffentlicht: 24. März 2012 von A (di bosco) in Fakt des Tages
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Nach einem Abendspaziergang auf der Düsseldorfer Kö:

Es scheint Mütter zu geben, die das äußere Erscheinungsbild ihres Kindes (nicht nur) farblich dem eigenen Outfit anpassen.

Ich finde den Trend zum „Kind als Accesoire“ äußerst beunruhigend und bin für mehr Kinder in verschiedenen Socken, Jungs mit Kleidern und ungekämmte Mädchen!

Die Sonne scheint, der Frühling kommt und in einem steigen wieder Energie und Tatendrang. Und genau passend dazu hämmert sich seit 2 Tagen wieder einer meiner liebsten Ohrwürmer in meine Gehörgänge. Gleichzeitig gehört diese Platte zu meinen ganz persönlichen „All-Time-Favorites“, seit nunmehr fast 20 Jahren. Kinder wie die Zeit vergeht.

„Never let me down again“ aus dem Album „Music for the Masses“ (1987) dürfte mit zu den bekanntesten Nummern von DM zählen und ist längst zur heimlichen Hymne der Band avanciert. Legendär, der berühmte Auftritt Nummer 101 der damaligen Tour in der Pasadena Rose Bowl, als etwa 60 500 Fans plötzlich anfingen im Takt synchron mit den Armen zu winken und Dave Gahan das ganze überwältigt von der Bühne aus betrachtete (manche Quellen sprechen von 70 000 oder gar 80 000 Fans, ich folg hier einfach mal Wiki).“Never let me down again“ gehört mittlerweile zu den garantierten Zugaben bei jeden Konzert, wenn die Stimmung auf dem Höhepunkt ist und das Winken wurde zum festen Ritual. Den Rest des Beitrags lesen »