Mit ‘Niederlage’ getaggte Beiträge

WM-Beobachtungen VIII: Das Aus

Veröffentlicht: 7. Juli 2010 von Lakritzschnecke in Fußball
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Werte Spieler um den dritten Platz,

es ist passiert. Das, was Krake Paul, Bildzeitung und der gesunde Menschenverstand vorhersagten, ist tatsächlich eingetreten: Die deutsche Nationalmannschaft ist im Halbfinale gegen Spanien gescheitert. Zurecht, muss man sagen. Nicht, weil sie schlecht gewesen wäre, sondern weil die Spanier besser waren. Wer jetzt weint, weint zurecht. Wer jetzt klatscht, klatscht allerdings auch zurecht, da sich die deutsche Mannschaft mit begeisternden Spielen und einem wahren TORRAUSCH nicht nur in die Herzen des nationalen Publikums, sondern auch zu internationaler ANERKENNUNG spielte. Das Aus ist bitter und tut weh, doch wir haben der Welt (v.a. gegen England und Argentinien) gezeigt, was wir können, und ganz ehrlich: Gegen die Spanier kann man verlieren, gegen… den künftigen Weltmeister? Aufstehen ist jetzt die Devise, STOLZ auf das eigene Team sein, ihm für sein Engagement und die tolle STIMMUNG dort und hierzulande DANKEN und in jedem Fall die Daumen drücken beim Spiel um den 3. PLATZ gegen Uruguay. Nochmal 90 Minuten Spannung, 90 Minuten bibbern, 90 Minuten Nervenkitzel – und noch einmal das Spiel aller Spiele genießen, FUßBALL, der Sport, bei dem nicht nur 22 Spieler einem Ball hinterherlaufen, sondern bei dem auf einmal auch Männer weinen dürfen…

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WM-Beobachtungen IV: Die Magie der Niederlage

Veröffentlicht: 18. Juni 2010 von Lakritzschnecke in Fußball
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Lakritzschnecke:

Der Schlusspfiff dröhnt noch in unseren Ohren, doch um uns herum dröhnt nichts außer den hummelnden Vuvuzelas aus Port Elizabeth. Sonst nichts. Keine begeisterten Fangesänge, keine „Wir sind die Größten“-Feiereien, kein hupender Autokorso, der sich wie am vergangenen Sonntag durch die Stadt schlängeln könnte. Frust und Verzweiflung sind zu spüren, hier wie dort und in allen Teilen des erwartungsvollen eigenen Landes, erste Tränen fließen, manch einer wischt sich die verschmierte aufgemalte Deutschlandflagge von der Wange und wirft wütend den Fanschal zu Boden, welch furchtbares Spiel. Doch lasst uns auch die Magie dieser Niederlage erkennen: Jedes Spiel zu gewinnen tut weder Mannschaft noch Fans gut. Stellt euch vor, wir hätten dieses Spiel gewonnen, tausende Autos wären erneut auf die Straßen gefahren, Hupkonzert, tausende Menschen wären erneut ausgerastet, Freudentaumel, und all das schon in der Vorrunde: Wie öde! Aber nun, die Chance, die Spannung, das Zittern auf unserer Seite: Wie erfrischend und geballt wird die neu erstehende Freude und Euphorie erst sein, wenn wir, mit dieser Niederlage im Hinterkopf, gegen Ghana gewinnen und in die nächste Runde einziehen werden… Der Auftaktsieg gegen Australien war schön – doch erst nach dem Wiederaufstehen nach einer Niederlage wie der heutigen haben wir wirklich Grund, stolz auf unsere Mannschaft zu sein und mit hupenden Autos die Innenstädte Deutschlands lahmzulegen.

Und die A. mischt sich hier einfach mal auch noch ein:

Während der gemeine Deutsche darüber nachsann, ob der spanische Schiedsrichter eventuell Schweiz und Deutschland nicht auseinanderhalten kann, brach beim öffentlichen Fernsehen im Netz ersteinmal der LiveStream zusammen. Das kann durchaus als mediale Metapher gesehen werden, das Nicht-Bild vom Spiel. Schwarzer Bildschirm, verzweifeltes Zusammenschlagen der Hände überm Kopf. Da wird sich heute der Sehende und Nicht-zum-Sehen-Befähigte sehr ähnlich gesehen haben. Gerade in der zweiten Hälfte lagen Verzweiflung und Hoffnung so nah beieinander. Als der Raucher sagte: „Ich geh dann mal rauchen!“, wusste man, er tut das nicht nur um seine Sucht zu befriedigen. Er ging, 1. weil er sich nicht die 100. vertanene Chance antun wollte und 2. weil er insgeheim hoffte, dass genau dann, wenn er draußen steht, eine Chance verwertet wird. Die Rechnung ging nicht auf. Und so bleibt es schön spannend, ein Auf und Ab, eine Auskostung aller Aspekte dieses Spiels.

WM-Beobachtungen II: Überraschungseier

Veröffentlicht: 16. Juni 2010 von Lakritzschnecke in Fußball
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Haha, liebe Freunde der gepflegten Rasensportarten,

welch ein Spaß, heute WM zu gucken, welch eine Freude, die Schweiz vollkommen unerwartet gegen Spanien gewinnen zu sehen! Und ei, da ist sie wieder, die Gewissheit, dass Fußball auch in Zeiten von internationalen Grottenkicks noch so richtig Spaß machen kann. Die besten Fußballspiele sind doch nicht die, deren Ergebnis und Spielverlauf, eine Abschlachterei mit fünf Toren Unterschied, von vorn herein feststeht, und wo nach neunzig Minuten vor Hohn spottende und über beide Backen grinsende Gewinner und bis auf die Knochen blamierte Verlierer mit Tränen in den Augen vom Platz marschieren und schleichen, nein! Den meisten Spaß bringen Partien, wo es den vorher so hochgejubelten Favoriten regelrecht auf die Schnauze haut, aus der (Fan-)Kurve wirft, wo ein paar Eidgenossen gegen übermächtige Stiere ein herzzerreißendes, kämpferisches Spiel zeigen und schließlich das Unmögliche möglich machen: Ein Überraschungsei flattert im Netz, und der haushohe Favorit steht auf einmal mäuseklein und ganz schön betröppelt auf dem Rasen, denn huch: Nur noch wenige Minuten bleiben, um die Schmach zu verhindern, der Schiedsrichter muss die Schuld tragen an der peinlichen Misere, vielleicht findet der Ball ja doch noch den Weg ins gegnerische Tor, irgendwie, irgendwann, er muss doch… Dann der Pfiff, die ungläubigen Blicke, die Arroganz, die auf einmal ganz abfällt von den internationalen Superstars, die vernichtenden Augen des Trainers, und auf der anderen Seite: Die jubelnden, sich herzenden elf Freunde, die an einem einzigen Abend in ihrer Heimat und im Herzen der neutralen Zuschauer vor den Bildschirmen zu den Helden von morgen geworden sind. Das, liebe Leser, ist Fußball.