Mit ‘WM’ getaggte Beiträge

Ist Paul das Spaghettimonster?

Veröffentlicht: 12. Juli 2010 von A (di bosco) in Eine Frage an die Welt
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Also ganz ehrlich, ich meine da eine Ähnlichkeit zu erkennen… Damit wäre ja dann auch geklärt woher die seherischen Fähigkeiten kommen. Das kann ein Gott nun mal. Und falls Paul nicht das fliegende Spaghettimonster höchstpersönlich ist, so könnte er zumindest ein Cousin dritten Grades sein, der auf die Erde geschickt wurde um uns den Weg des Balls ins Tor vorherzusagen. So oder so ähnlich… Amen!

Weitere Gedanken zum Oktopus mache ich mir in meinem kunterbunten WM-Rückblick.

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WM-Beobachtungen VIII: Das Aus

Veröffentlicht: 7. Juli 2010 von Lakritzschnecke in Fußball
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Werte Spieler um den dritten Platz,

es ist passiert. Das, was Krake Paul, Bildzeitung und der gesunde Menschenverstand vorhersagten, ist tatsächlich eingetreten: Die deutsche Nationalmannschaft ist im Halbfinale gegen Spanien gescheitert. Zurecht, muss man sagen. Nicht, weil sie schlecht gewesen wäre, sondern weil die Spanier besser waren. Wer jetzt weint, weint zurecht. Wer jetzt klatscht, klatscht allerdings auch zurecht, da sich die deutsche Mannschaft mit begeisternden Spielen und einem wahren TORRAUSCH nicht nur in die Herzen des nationalen Publikums, sondern auch zu internationaler ANERKENNUNG spielte. Das Aus ist bitter und tut weh, doch wir haben der Welt (v.a. gegen England und Argentinien) gezeigt, was wir können, und ganz ehrlich: Gegen die Spanier kann man verlieren, gegen… den künftigen Weltmeister? Aufstehen ist jetzt die Devise, STOLZ auf das eigene Team sein, ihm für sein Engagement und die tolle STIMMUNG dort und hierzulande DANKEN und in jedem Fall die Daumen drücken beim Spiel um den 3. PLATZ gegen Uruguay. Nochmal 90 Minuten Spannung, 90 Minuten bibbern, 90 Minuten Nervenkitzel – und noch einmal das Spiel aller Spiele genießen, FUßBALL, der Sport, bei dem nicht nur 22 Spieler einem Ball hinterherlaufen, sondern bei dem auf einmal auch Männer weinen dürfen…

WM-Beobachtungen VII: Die Leere abseits des Platzes

Veröffentlicht: 30. Juni 2010 von Lakritzschnecke in Fußball
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Liebe WM-Verfolger,

heute ist ein besonderer Tag. Richtig, heute wurde ein neuer Bundespräsident für Deutschland gewählt, doch eigentlich will ich auf eine andere Besonderheit hinaus: Heute ist der erste Tag dieser Fußball-WM, an dem der Ball ruht. Seit der Eröffnung der Weltmeisterschaft am 11. Juni ist der heutige Mittwoch, 30. Juni, der erste spielfreie Tag. Wir haben 56 Partien hinter uns und noch acht Spiele vor uns, vier Viertelfinals, zwei Halbfinals, ein Spiel um Platz drei und das große Finale, auf das alle Welt hinfiebert.

Wie geht es uns heute? Sind die Augen schon viereckig vom vielen Glotzen? Wie viele Spiele haben wir uns angesehen (zum Vergleich: bei mir sind es ganze 36 Stück)? Wie oft haben wir fassungslos die Hand vor den Kopf geschlagen und versucht, den abermals unfähigen Schiedrichter mit unseren Blicken zu töten, wie oft wollten wir langweilige Partien einfach abschieben, abschalten, Schluss mit lustig? Wie oft wollten wir den Pseudostreithähnen Netzer und Delling eins durch die Mattscheibe verpassen, wie oft Müller-Hohenstein und Kahn gnadenlos für hirnrissige Kommentare abwatschen, wie oft Bela Rethys Kommentare auf lautlos schalten, Waldis WM-Club abdrehen, Blumentopfs wenig kreativem Sprechgesang die gelbe Karte  zeigen, wie oft dem ganzen Fußballwahnsinn in dieser Zeit schlichtweg den Saft abdrehen?

Endlich ein Tag ohne Fußball! Den haben wir uns redlich verdient! Doch halt, was ist das? Macht sich da nicht im kreisrunden, schwarz-rot-gold pochenden Herzen eine erst kleine, unerkannte, dann aber stetig wachsende Leere breit, ein Gefühl, dass etwas nicht stimmen kann, wenn um 16 Uhr der Fernseher nicht läuft, wenn einen Tag lang kein einziger Vuvuzela-Klang ans längst gewöhnte Ohr dringt, wenn nicht der altbekannte „Tooooooor“-Schrei durch die Straßen vibriert? Wie ein Drogensüchtiger an der Nadel hängt der ein oder andere seit Mitte des Monats an der Weltmeisterschaft fest, und insgeheim haben wir schon heute und morgen, an den spielfreien Tagen dieser WM, höllische Angst vor der Zeit danach. Acht spannende Spiele sind noch zu begehen, dann wird das Turnier in Südafrika nicht nur seinen Weltmeister, sondern auch sein Ende gefunden haben. Kein Grund jedoch, in ein tiefes Loch zu fallen: Der Fußball wird nicht sterben, die nächste Weltmeisterschaft (2014 in Brasilien) steht quasi schon vor der Tür, und bis dahin dürfen wir uns auf eine Europameisterschaft (2012 in Polen und der Ukraine) und vor allem auf regelmäßigen Bundesligafußball sowie Champions League, Europa League und so weiter freuen. Und natürlich darüber, dass unser Land ab heute wieder einen Bundespräsidenten hat.

WM-Beobachtungen VI: Das alte Leid

Veröffentlicht: 29. Juni 2010 von Lakritzschnecke in Fußball
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Liebe Mitfieberer,

die alte Diskussion ist wieder zum Leben erwacht, das alte Leid ist wieder in aller Munde: Die Schiedsrichter dieser Weltmeisterschaft, die teilweise richtig miesen Leistungen der Vierergespanne auf und neben dem Platz, die Pfeifen, die die Pfeifen pfeifen. Alle zwei bis drei Spiele gab es bisher Grund, sich zu beschweren, vor allem in der Vorrunde, mittlerweile aber leider auch bei den Achtelfinals England – Deutschland (zu Gunsten von Deutschland) und Argentinien – Mexiko (zu Gunsten von Argentinien). Wann, fragt die Öffentlichkeit, wann wird endlich der Videobeweis eingeführt, wann wird endlich der Ball mit einem Chip geimpft, der bei vollkommenem Überschreiten der Torlinie Tor meldet, bei nur halbem Überschreiten der Linie eben kein Tor? Es ist Zeit für technische Hilfsmittel dieser Art! Joseph Blatter, aktueller FIFA-Präsident, hat heute angekündigt, die Debatte nach der WM wieder zu eröffnen. Außerdem entschuldigte er sich bei Mexiko und England, die allerdings beide nicht (nur) aufgrund von Schiedsrichterfehlern, sondern großteils aus eigener Schuld ausschieden. Was bleibt ist die Regel, dass abseits erst abseits ist, wenn der Schiedsrichter abseits pfeift, und dass Tore erst gezählt werden, wenn sie der Schiedsrichter gegeben hat. Und auch wenn es uns im Moment schwer fällt: Den neutralen Männern mit den Pfeifen ist höchster Respekt entgegenzubringen, denn Schiedsrichter haben einen verdammt harten Job und können nunmal nicht alles sehen – wüste Beschimpfungen bringen nichts, Schmähparolen um angezündete Autos ebensowenig, und besser wird die Situation wohl wirklich erst, wenn uns die Technik auf die Sprünge helfen darf. Aber wer weiß, was dann alles schiefgehen wird und welche Sündenböcke sich die Verlierer in der Zukunft suchen werden…

Hallo Fans,

heute gibt es gleich zwei WM-Beobachtungen, die ich mit euch teilen möchte.

Zum ersten mein persönliches Wort der bisher gespielten Partien, das im Kommentar zum Spiel Italien gegen Neuseeland (1:1) fiel: „Spieler xy wurde aufgrund einer Textilprobe bestraft.“ Textilprobe? Was soll das denn nun wieder sein? Nun ja: Manch einem allzu aggressiven Spieler reicht es nicht, den Gegenspieler schlichtweg umzuhacken oder kurzerhand zur gemeinen Blutgrätsche anzusetzen, nein, auch das Leibchen des Gegners soll inklusive ihm selbst möglichst festgehalten werden, also einfach mal zerreißen, zerschmeißen, zerdrücken, zerpflücken –  oder eben zur sogenannten Textilprobe ansetzen. Schönes Wort – danke dafür!

Die zweite WM-Beobachtung ist weniger lustig, ganz im Gegenteil. Meine Weltmeister der Herzen stehen fest: Es sind die Spieler der Nationalmannschaft von Paraguay, die bei dieser WM mit einem Schicksalsschlag der besonderen Art zu kämpfen haben: Salvador Cabanas, 45 Länderspiele, Spielgestalter und Mannschaftsführer, wurde im Januar im Zuge eines Raubüberfalls in einer Bar angeschossen und lebensgefährlich in den Kopf getroffen. Die Kugel konnte nicht entfernt werden, der Patient hätte das nicht überlebt. Der Spieler war lange Zeit unfähig, seine linke Körperhälfte zu bewegen, hatte jedoch ein großes Ziel vor Augen: Er wollte bei der WM dabei sein und für Paraguay auf den Rasen ziehen. Seine Ärzte erklärten ihn für verrückt, doch Cabanas kämpfte sich vom Bewegungsunfähigen zum humpelnden Krückengänger, von Krückengänger zum reaktionslahmen Tischtennislehrling, vom Tischtennislehrling zu den ersten Fußballkontakten, und auf einmal sah man ihn langsam, aber regelmäßig wieder laufen. Die WM kam leider zu schnell und Cabanas schaffte den Sprung in die Mannschaft nicht. Er ist aber auf einem hoffnungsvollen Weg der Besserung, den ihm niemand zugetraut hätte, und er unterstützt die Paraguayer, wo er kann. Seine Mannschaft tritt mit einem erklärten Ziel zu WM an: Für Cabanas spielen, für Cabanas siegen, ihn stolz machen – denn sein Geist und seine Willensstärke haben auf die elf Männer abgefärbt und sich tief in ihre Fußballhirne eingebrannt. Welch berührende Geschichte, welch unglaubliche Leistung eines Menschen, welch Tragik, die hinter einem simplen Ballsportspiel stehen kann. Meine Sieger der Herzen stehen fest: Paraguay for the win, Paraguay for Salvador Cabanas!

WM-Beobachtungen I: Hummeln im Hintern

Veröffentlicht: 15. Juni 2010 von Lakritzschnecke in Fußball
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Liebe Fußballfans,

die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika läuft, Deutschland ist kurz vor dem Ausrasten, die Stimmung ist bestens. Passend dazu möchte ich als bekennende Fußball-Vielguckerin auf ArtAnyMess in einem kleinen Projekt ein paar Beobachtungen rund um die WM kundtun. Dabei wird es kurz und bündig (für alle, die sich nach mehr regelmäßigen Kleinartikeln sehnen…), hoffentlich auch ansatzweise lustig vor allem um Themen abseits des Platzes gehen, die vielleicht in den großen Medien etwas weniger im Fokus stehen, aber dennoch im allgemeinen Gespräch präsent und daher „nachdenkbar“ sind. Aktuelle Entwicklungen, Ergebnisse und die neuesten Tabellen werden in diesem Projekt nicht zu finden sein. Los gehts mit einem den meisten Lesern wohl bekannten Thema:

Teil I: Hummeln im Hintern

Das Instrument dieser Fußballweltmeisterschaft ist unbestritten die Vuvuzela, ein afrikanisches Blasinstrument, das Fernsehzuschauern als seltsames Hintergrundgeräusch bei sämtlichen Übertragungen auffällt. Auffällt? Nun ja. Hummeln im Hintern der rennenden Abwehr, ein gigantischer, nach panisch flüchtenden Opfern suchender Bienenschwarm in den afrikanischen Stadien, tausende Wespen im heimischen Fernsehgerät, das sind die ersten Assoziationen, die Fußballdeutschland und andere europäische Nachbarn bei dieser Tröte der speziellen Art haben. Diskussionen um ein Stadionverbot für Vuvuzelas sind im Gange, da Spieler und Schiedsrichter zu sehr abgelenkt werden könnten, da jede emotionale Regung des Publikums unterzugehen droht, da Feier- und Schmähgesänge auf einen Nullfaktor herunterdimmt werden – doch mal zu den Fakten, liebe Gewohnheitstiere: Was uns nervt, ist anderswo Kultur, wer die erste WM auf afrikanischem Boden gutheißt, wird sich durch Surren und Schwirren durchkämpfen müssen, und wer dort früher knappe 3 Euro für eine Tröte dieser Art hinlegte, muss nun in manchen Regionen sogar bis zu 20 Euro dafür ausgeben. Ja, Fußball bedeutet eben nicht nur, dass zwei mal elf Spieler einem Ball hinterherlaufen, sondern auch Musik, Geschäftemacherei und jede Menge verlorene Nerven…

In regelmäßigen Abständen wird das Team von Art Any Mess nun über wichtige Fragen kollektiv nachsinnen. Anlässlich des heutigen Starts der Fußball-WM haben wir uns diese Woche folgende essentielle Frage gestellt:

Muss Deutschland nach dem Grand-Prix-Sieg

überhaupt noch die Fußball-Weltmeisterschaft holen?

Wäre das nicht zuviel des Guten? ;)

A.:

Ich gebe es ja zu – mein Fußballinteresse lebt immer nur partiell, wie es gerade Lust dazu hat, auf. Und das trotz meiner unglaublichen Fußball-Karriere zu Pubertäts-Zeiten, welche durch einen Armbruch während meiner Tätigkeit als Torwart rasch zu Ende ging. Vielleicht ist das die Wurzel der bösen Gedanken und der Abneigung, die sich immer wieder in mir regen, wenn sich diese scheinbar verpflichtende volks-massen-Fußball-Begeisterung rasend schnell ausbreitet. Da ruft mein hetzerisches, ketzerisches Ich laut: NEIN, bloß keinen WM-Titel. Das ist zuviel des Guten!  Was dann noch (mehr …)